„Leider Gottes sind die Fischbestände im Land in den vergangenen 10 bis 15 Jahren rapide rückläufig, teilweise im Keller“, betonte Präsident Markus Heiss im NOI-Techpark. „Schauen wir als Beispiel die Etsch an, die einen Salmoniden-Bestand von nicht einmal 10 Kilogramm auf einen Hektar hat, also sehr, sehr wenig.“ Aber auch in einstigen Perlen wie beispielsweise in der Ahr würden nicht mehr so viele Fische leben wie früher. <BR /><BR />„Wir vermuten, dass die Schuld für die meisten Ursachen zum Rückgang der Fischbestände beim Menschen liegt, sie sind also hausgemacht“, sagte er. Und der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe, könnte der Kormoran sein. <BR /><BR />Es seien erste positive Auswirkungen der Kormoran-Regulierung ersichtlich, erinnerte Heiss und dankte Landesrat Arnold Schuler und seinen Mitarbeitern für die Maßnahmen. Es sei aber eine Nachjustierung notwendig, um sicherzustellen, „dass sich die Bestände der heimischen Fischarten wie Marmorierte Forelle und Äsche wieder erholen“.<BR /><BR /> Zudem sprach Heiss den Stand zu den Stauseespülungen an: Seit der Spülung in Mühlbach im Jahr 2019, bei der sämtliche Äschenbrütlinge und ein Großteil der Forellenbrütlinge bis Bozen vernichtet worden seien, also auf einer Gewässerlänge von etwa 60 Kilometern, habe sich viel getan. <BR /><BR />Laut Markus Heiss kam es zu einem Beschlussantrag im Landtag bzw. zu einem Ersetzungsantrag zum Beschlussantrag. Und dann sei ein Saugbagger-Pilotprojekt durch die Alperia am Stausee Franzensfeste und am Becken Kollmann durchgeführt worden (Sommer 2020), das fischökologisch erfolgreich verlaufen sei. „Die klassische Spülung des Stausees Franzensfeste im Juli 2021 ist unter erneut verschärften Auflagen vonstatten gegangen“, erinnerte der Präsident.<BR /><BR /> „Dadurch hat zumindest ein Teil der Fischbrütlinge überlebt. Für 2023 ist wieder eine Spülung des Stausees Mühlbach angedacht.“ Der Verband werde dieses Vorhaben genau verfolgen und nicht aus den Augen verlieren. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="766661_image" /></div> <BR /><BR />Außerdem betonte Heiss, dass die landesweit angestrebte Erhöhung der Hochwassersicherheit große Chancen biete. Durch großräumige Aufweitungen an den Hauptfließgewässern ließen sich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Hochwasserschutz in Kombination mit auszuweisenden Retentionsflächen sowie Gewässer- und Artenschutz durch die Aufwertung der Flusslandschaft. Der Verband werde heuer einen diesbezüglichen Vorschlag ausarbeiten.<BR /><BR />Kritisch für das Leben im Wasser seien auch der Schwall und Sunk der Großwasserkraftwerke sowie die oft nicht eingehaltene Restwassermenge bei Kleinkraftwerken. Kritik gab es auch an der Digitalisierung der Fischerei, die noch immer nicht vom Land umgesetzt worden sei: „Fischerlizenzen und Fischwasserkarten müssen immer noch analog ausgefüllt werden, und die Fischbestandserhebungen des Amtes für Jagd und Fischerei sind für Bewirtschafter nicht oder nur umständlich zugänglich“, sagte er.<BR /><BR /> „Und Konzessionsdaten von Wasserableitungen sind nicht öffentlich einsehbar, und die Daten der Pegelstationen werden nur 7 Tage lang gespeichert. Hier gibt es akuten Handlungsbedarf, wenn man nicht Klassenletzter bleiben will“, forderte Heiss.<BR /><BR />Landesrat Arnold Schuler lobte die Ausführungen des Verbandspräsidenten und sicherte den Fischern seine Unterstützung zur Lösung von Problemen zu, weil es auch im Sinne der Landesverwaltung sei, die Fischbestände zu schützen bzw. wieder aufzubauen.