Dienstag, 10. Januar 2017

Flaggenschändung: 7 Monate Haft auf Bewährung für 2 Naturnser

Jetzt ist das genaue Strafmaß bekannt, zu dem die beiden Naturnser Ian Gerstgrasser und Tobias Gamper in Thailand verurteilt wurden. Die Verhaftung der beiden jungen Männer, die am Dienstag von einem thailändischen Gericht wegen Flaggenschändung verurteilt worden sind, hat in Thailand und Italien, vor allem aber in Südtirol für Aufsehen gesorgt.

Ian Gerstgrasser und Tobias Gamper (v.l.) in der Polizeistation von Krabi.
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Ian Gerstgrasser und Tobias Gamper (v.l.) in der Polizeistation von Krabi.

7 Monate Haft auf Bewährung, Ausweisung aus Thailand und umgerechnet rund 100 Euro Geldstrafe: Wie Lamberto Maria Moruzzi, der stellvertretende Botschafter Italiens in Thailand, am Mittwochmorgen STOL mitteilte, ist das das genaue Strafmaß, das das thailändische Gericht heute bekannt gegeben hat. 

Bis zur effektiven Auslieferung werden laut Moruzzi noch einige Tage vergehen. „Die italienische Botschaft in Thailand hat den Fall seit der Verhaftung der beiden Jugendlichen verfolgt und wird es auch bis zur Auslieferung tun“, meinte Lamberto Maria Moruzzi. "Ich habe gerade den Familien das genaue Strafmaß mitgeteilt."

Wie Moruzzi schon am Dienstag erklärte, hätten Ian Gerstgrasser (18) und Tobias Gamper (20) einen unüberlegten Vandalenakt begangen, der gerade in Thailand besonders gefährlich sei, befinde sich das Land doch seit dem Tod des Königs in Staatstrauer, außerdem sei in Thailand ein Gesetz zur Ahndung von Majestätsbeleidigung in Kraft.

Moruzzi: „Öffentliche Meinung in Thailand aufgebracht“

„Die Beiden haben eine Straftat begangen, die auch in Italien und anderen Ländern gesetzlich geahndet wird“, unterstrich Moruzzi. Der Fall habe in der öffentlichen Meinung Thailands sehr negative Reaktionen hervorgerufen, da das Video über die sozialen Netzwerke in Umlauf gekommen sei.

„Die Jugendlichen hatten sehr gut daran getan, ihre Schuld einzugestehen und sich öffentlich zu entschuldigen“, meint Moruzzi. Denn nur deshalb war es möglich, ein verkürztes Verfahren einzuleiten, das am Dienstag zum Urteil führte, das glücklicherweise deutlich unter den befürchteten 2 Jahren lag.

Moruzzi: „Sie sind besorgt, aber es geht ihnen gut“

„Ich habe mit den beiden Jugendlichen persönlich gesprochen“, sagte Lamberto Maria Moruzzi gegenüber STOL und Dolomiten, „sie sind besorgt, aber es geht ihnen gut. Sie haben wohl auch die Schwere ihres Vergehens begriffen.“

Die beiden Naturnser haben die vergangene Nacht noch im Gefängnis von Krabi verbracht, um anschließend der Immigration Police übergeben zu werden. Daraufhin wurden sie ins Gefängnis von Bangkok überstellt - dies geschehe mit allen Ausgewiesenen. Dann werden sie mit einem Flugzeug nach Italien gebracht.

Verfahren kann 1 bis 3 Wochen dauern

„Dieses Prozedere kann zwischen einer und drei Wochen dauern, während dieser Zeit bleiben sie in Gewahrsam. Nach Thailand werden sich nicht mehr einreisen können, sie werden auf eine black list gesetzt“, erläuterte der stellvertretende Botschafter auf Nachfrage.

stol

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