Donnerstag, 09. Februar 2017

Fliegende Helfer: Wo sich Drohnen lohnen

Vermisste Bergsteiger suchen, unwegsames Gelände vermessen oder Filmszenen von oben filmen: Drohnen haben heute vielfältige Einsatzfelder. Welche das in Südtirol sein könnten und was Südtirols Drohnenbranche bereits bieten kann, war Thema einer Fachtagung am Donnerstag.

Drohnen in Südtirol können auf vielfältige Art eingesetzt werden. Foto: SoLeon
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Drohnen in Südtirol können auf vielfältige Art eingesetzt werden. Foto: SoLeon

Besonders interessant für Südtirol könnte der Einsatz von Drohnen im Zivilschutz sein. Thomas Griesbeck, stellvertretender Geschäftsführer der Bergwacht Bayern, berichtete über die Erfahrungen, die man in Bayern mit Drohnen bei Rettungseinsätzen gemacht hat: „Wir machen seit einiger Zeit selbst Bilder von Einsatzgebieten, etwa nach Muren- und Lawinenabgängen, und ersparen uns dadurch den teuren und oft gefährlichen Einsatz von Helikoptern.“

Allerdings gebe es noch Luft nach oben bei der Entwicklung der entsprechenden Technologien. In Südtirol verfügen die Zivilschutzorganisationen selbst über keine eigenen Drohneneinheiten, zeigen sich aber sehr interessiert an den neuen Technologien. „Wir verfolgen das Thema seit geraumer Zeit genau, um entscheiden zu können, wie wir diese Technologie in Südtirol am besten einsetzen können“, sagte Florian Alber, Kommandant der Berufsfeuerwehr Bozen, bei der Fachtagung. 

Drohnen in Südtirol für Film bereits im Einsatz

Ein Einsatzbereich für Drohnen, der am Standort Südtirol auch dank Unterstützung der Arbeit der Filmförderung von IDM gut ausgebaut werden könnte, ist der Film.

Tagungsreferent Gianpietro Palazzi von VideoVolando aus Rom hat hier bereits große Erfahrung, hat er doch z.B. für die Serie „Un passo dal cielo“ Filmszenen mit Drohnen realisiert. ”Man muss gut aufgestellt sein, um den oft schwierigen Anforderungen von Gesetzgebung und Kunden nachkommen zu können“, so Palazzi. „Drohnen im Film“ sind eine Nische, die laut IDM auch heimische Anbieter besetzen könnten: Eine Umfrage unter den etwa 40 zertifizierten professionellen Piloten in Südtirol hat ergeben, dass noch keiner von ihnen im Filmbusiness Fuß gefasst hat.

Arbeitsgruppe für Drohnen im Alpenraum

Bei IDM kümmert sich eine eigene Arbeitsgruppe um das Thema „Drohnen“: Darin engagieren sich sechs Unternehmen gemeinsam mit der EURAC, der Freien Universität Bozen, der Agentur für Bevölkerungsschutz und der Zivilluftfahrtbehörde ENAC: „Gemeinsam entwickeln die Mitglieder unserer Arbeitsgruppe neue Technologien und setzen Schritte, um den Markt im Alpenraum zu erobern“, erklärte Sebastian Mayrgündter, Koordinator der Arbeitsgruppe bei IDM.

Um die Akzeptanz und Sensibilität für die neue Dienstleistung zu erhöhen, beteiligt man sich bei IDM mit der Initiative RPAS-4-SAR am ARGE ALP Projekt EVADAR. Fast ein halbes Jahr lang stellt man dabei Gelder zur Verfügung, damit professionelle Drohneneinheiten für Einsätze und Übungen der Feuerwehr, der Bergrettung und aller Zivilschutzorganisation in Südtirol eingesetzt werden. 

Organisiert wurde die Tagung von Ecosystem Alpine Technologien - Zivilschutz & Alpine Sicherheit und dem Bereich Film von IDM in Bozen. 

stol

stol