Donnerstag, 10. Oktober 2019

Fliegerbombe: Entschärfung vor Ort, 3000 Personen zu evakuieren

Schlechte Nachrichten für die Bozner Bürger und den Altstadtverkehr: Die am Mittwoch entdeckte Fliegerbombe kann nicht abtransportiert werden und muss vor Ort entschärft werden – mit gehörigem (Zeit-)Aufwand. 3000 Personen müssen ihre Häuser verlassen. Das ist das Ergebnis einer Sitzung am Donnerstag.

Die Bombe wird direkt vor Ort entschärft und nach Vahrn zur Sprenung transportiert.
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Die Bombe wird direkt vor Ort entschärft und nach Vahrn zur Sprenung transportiert. - Foto: © Matteo Groppo

Am Donnerstag Nachmittag lud Regierungskommissär Vito Cusumano Vertreter der Polizeikräfte, der Stadtverwaltung und des Kommandos der Alpini-Truppen zu einem Treffen in den Herzogspalast. „Dabei wurde klar vor Augen geführt, dass uns dieses Problem wohl bis Ende Oktober beschäftigen wird“, sagte Vizebürgermeister Luis Walcher im Anschluss an die Zusammenkunft.

Abtransport ist laut Experten unmöglich

Wie die Experten des Entschärfungskommandos erklärten, sei ein Abtransport der Bombe aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Im Zuge der Baggerarbeiten – die Bombe wurde zur Gänze angehoben – hätten sich nämlich die Zünder derart gelockert, dass dies zu gefährlich wäre.



„Diese Erkenntnis verkompliziert die ganze Situation“, sagte Walcher. Denn: „Um die Bombe vor Ort unschädlich machen zu können, muss ein Erdwall um den Fundort aufgeschüttet werden. Wir sprechen dabei von 900 Kubikmeter Material, das heranzuschaffen ist“, erklärte der Vizebürgermeister. Unabhängig von der logistischen Herausforderung, die so eine Maßnahme darstelle, sei es auch eine Zeitfrage , bis alles bereit stünde. Das zum Einen.

Evakuierungen sind unausweichlich

„Zum Anderen müssen während der Entschärfung in einem Umkreis von 500 Metern um den Fundort sämtliche Gebäude geräumt werden. Das ist eine weitere Riesenaufgabe“, sagte Walcher. Daher wird man schon heute mit den Erhebungen beginnen, wie viele Menschen davon betroffen sind. „Ich gebe zu bedenken, dass im Einzugsgebiet mehr als 3000 Personen wohnen. Auch 2 Altersheime müssen wohl kurzzeitig evakuiert werden.“



Die Bahnstrecke und Autobahn werden ebenfalls von der Sperre betroffen sein. „Der 20. Oktober ist laut aktuellem Stand der Dinge daher unrealistisch. Die Entschärfung wird sich um eine weitere Woche nach hinten verschieben“, kündigte Walcher an.

Bis dahin bleibt die aktuelle Sperre für den motorisierten Verkehr rund um den Fundort aufrecht. Die Bewohner der angrenzenden Häuser können bis auf weiteres in ihren Wohnungen bleiben. „Sofern es zu keinen großen Erschütterungen von außen kommt, geht derzeit keine unmittelbare Gefahr von der Bombe aus“, wusste der Vizebürgermeister zu berichten.

Am Freitag folgt ein erneutes Treffen für weitere Planungen im Regierungskommissariat.

fin