Die Hintergründe und genauen Zahlen zum Problem, das hierzulande so groß ist wie nirgendwo in Italien. <BR /><BR />Die Erkenntnisse, die aus einer Studie der Stiftung Nord Ost hervorgehen und auf Istat-Daten fußen, sind angesichts des Fachkräftemangels durchaus besorgniserregend.<BR /><h3> Italienweit höchster Wert im Verhältnis zur Einwohnerzahl</h3> Gemessen an der Einwohnerzahl der untersuchten Regionen ist Trentino Südtirol nämlich trauriger Spitzenreiter bei der „Fachkräfteflucht“ im Nord-Osten Italiens. <BR /><BR />Im Verhältnis zur Bevölkerungsanzahl sind die 1570 jungen Leute aus der Region, die abgewandert sind, viel mehr als jene aus der Lombardei, wo bei einer Einwohnerzahl von über 10 Millionen insgesamt 5760 Personen abgewandert sind. <BR /><BR />In Venetien haben – bei einer Einwohnerzahl von fast 5 Millionen – 3759 Personen beschlossen, ihr Glück andernorts zu suchen. In Friaul-Julisch Venetien schließlich, wo 1,2 Millionen Menschen leben – also 200.000 Personen mehr als in Trentino Südtirol – sind 836 junge Leute abgewandert, nur halb so viele hierzulande. <h3> Nach der Pandemie steigt Zahl der Abwanderer wieder </h3>Betrachtet man die Zahlen der vergangenen 5 Jahre, wird ersichtlich, dass im Jahr 2019 mit 1574 fast gleich viele Personen im Alter zwischen 18 und 34 Jahren Trentino Südtirol verlassen haben wie voriges Jahr. <BR /><BR /> In der Zeit der Pandemie ging die Anzahl der jungen Abwanderer dann zurück – es waren 1200 im Jahr 2020, 970 im Jahr 2021,1382 im Jahr 2022, um voriges Jahr wieder das Niveau vor Covid zu erreichen. <BR /><BR />Zwischen 2019 bis 2023 sind insgesamt 14.717 junge Menschen aus der Region abgewandert, um in einem anderen Land zu leben und zu arbeiten. <BR /><BR />Laut Stiftung Nord Ost könnte die Dunkelziffer aber viel höher sein, da gar einige Abwanderer ihren Wohnsitz in Italien beibehalten würden.<BR /><h3> „Auch wer im Ausland bleibt leistet Beitrag für Südtirol“ </h3> „Wir unterstützen und vernetzen Südtiroler, die ins Ausland gehen – dabei befürworten wir sowohl das Sammeln von Auslandserfahrung als auch die Entscheidung, wieder zurückzukommen“, sagt Hermann Winkler, Präsident von Südstern, dem Netzwerk der Südtiroler im Ausland. <BR /><BR />„Wir glauben, dass auch diejenigen, die im Ausland bleiben, einen Beitrag für Südtirol leisten – beispielsweise durch wichtige Netzwerke, die auch Südtirol zugute kommen können oder indem sie in Niederlassungen von Südtiroler Firmen tätig sind“, so Winkler. <h3> Erfahrung, neue Berufsbilder und Vergütung als Gründe </h3>Laut einer Studie, die Südstern und die Uni Innsbruck durchgeführt haben, entscheiden sich Südtiroler für einen Job im Ausland, um Erfahrungen zu machen, Berufsbilder zu finden, die es im Land nicht gibt oder zu wenige freie Stellen in dem Bereich, aber auch die attraktive Vergütung im Ausland spiele eine Rolle. <BR /><BR />Es stelle sich die Frage, ob Südtiroler Know-how in Südtirol entsprechend wertgeschätzt und vergütet werde. „Ein Einstiegsgehalt beispielsweise in München ist etwas anderes als eines in Südtirol. Ich weiß, dass viele auch Abstriche machen würden, um zurückzukommen, aber bis zu einem gewissen Grad müssen die Bedingungen halt stimmen.“ <h3> 2 Fragen an Alexander von Walther, Vorsitzender der Südtiroler HochschülerInnenschaft sh.asus</h3><BR /><div class="img-embed"><embed id="1070418_image" /></div> <BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz><BR /><b>Viele junge Südtiroler zieht es ins Ausland. Warum?</b><BR />Alexander von Walther: Was wir immer wieder hören: Es liegt vor allem an der Bezahlung. Angesichts der hohen Lebenshaltungskosten in Südtirol ist die Entlohnung einfach nicht angemessen. Aber auch das reichhaltige kulturelle Angebot, das andernorts geboten wird, ist vielen wichtig.<BR /><BR /><b>Welche Maßnamen – abgesehen vom Gehalt – könnten Südtirol für junge Leute attraktiver machen?</b><BR />von Walther: Ich vergleiche es mal mit Innsbruck: Auch dort lebt man umgeben von schöner Natur, aber Innsbruck hat auch ein Nachtleben. Bozen hat wenig zu bieten. Und wenn, oft in Gegenden, wo es die Anrainer stört. In dem Bereich müsste man Anreize schaffen.