Es ist der 28. Februar, als die drei Freunde in Doha zwischenlanden. Ihr Ziel: Mailand. Doch am Flughafen der katarischen Hauptstadt ist alles anders als sonst. „Uns fiel sofort auf, dass kaum Menschen zu sehen waren. Auf der Anzeigetafel hatten alle Flüge bereits Stunden Verspätung, kein einziger startete mehr“, schildern die jungen Männer die ersten Momente der Ungewissheit.<BR /><BR />Während sie noch auf Informationen warteten, schrillten ihre Handys. Darauf zu sehen war ein Notfallalarm der katarischen Regierung. Über soziale Medien erfuhren sie schließlich das Ausmaß der Krise: Angriffe auf den Iran, Berichte über Gegenschläge auf Katar. Nach acht Stunden des Wartens stellte ihnen die Fluggesellschaft ein Hotel zur Verfügung.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1286658_image" /></div> <BR /><BR /> „In den ersten Tagen fühlten uns allein gelassen. Weder von der italienischen Botschaft noch von der Fluggesellschaft gab es konkrete Informationen. Man kam ständig in Warteschlangen und erhielt keine Antwort auf Anrufe“, so die Brixner.<h3> „Wir konnten die Explosionen spüren“</h3>Die vermeintliche Sicherheit im Hotel hielt nicht lange an. „Vom Hotelzimmer aus konnten wir die Raketenabwehrsysteme direkt am Himmel sehen“, berichten sie. Die US-Basis Al-Udeid, Ziel mehrerer Angriffe, lag nur etwa 30 Kilometer entfernt. „Wir konnten die Explosionen stark hören und sogar spüren. Die restliche Woche war von großer Angst geprägt. Es wurde von Tag zu Tag belastender.“<BR /><BR /><BR />Ein kleiner Lichtblick war die WhatsApp-Gruppe „Italiani Doha“. Dort vernetzten sich die Brixner mit anderen festsitzenden Italienern. Als die italienische Botschaft schließlich eine Evakuierung per Bus in das saudi-arabische Riad anbot, entschieden sie sich trotz anfänglicher Skepsis zur Flucht.<h3> 10 Stunden durch die Wüste und 35 Stunden ohne Schlaf</h3>Die Odyssee führte sie am Samstag zehn Stunden lang mit dem Bus durch die Wüste nach Riad. Dort verbrachten die drei jungen Männer die Nacht am Flughafen, um am nächsten Morgen ins Flugzeug nach Kairo zu steigen. Stattdessen erwartete sie erneut eine Enttäuschung: Der Flugverkehr wurde eingestellt. „Da wurde uns die letzte Hoffnung genommen. Wir sahen keinen klaren Weg mehr nach Hause“, beschreiben sie den Moment der tiefen Frustration.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1286661_image" /></div> <BR /><BR />Am späten Vormittag starteten dann doch wieder einige Maschinen und die Brixner gelangten schließlich nach Kairo. „Wir waren inzwischen seit 35 Stunden wach und haben deshalb beschlossen in Kairo zu übernachten“, berichten sie.Am Montag ging dann endlich der Flieger nach Mailand.<h3> Teure Heimkehr auf eigene Kosten</h3>Die Erleichterung über die gesunde Rückkehr ist groß, doch die Zusatzkosten gehen ins Geld. Über 1.000 Euro pro Person kostete die außerplanmäßige Flucht aus der Krisenzone. „Wir mussten alles selbst bezahlen. Es ist schade, dass man in so einer Situation keine finanzielle Unterstützung erhält. Nicht jeder kann sich solche Extrakosten leisten“, geben sie zu bedenken.<BR /><BR />Trotz der traumatischen Erlebnisse denken die drei Brixner an jene, die noch immer festsitzen: „Wir wünschen allen, die sich derzeit noch in dieser Situation befinden, viel Hoffnung und eine gute Heimreise.“