Montag, 13. April 2020

Flüchtlinge auf Schlauchboot in Mittelmeer vermisst

Internationale Organisationen sorgen sich um das Schicksal von Dutzenden Flüchtlingen, deren Schlauchboot im Mittelmeer seit dem Wochenende vermisst wird. Das Boot sei laut UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR offenbar gekentert. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex teilte mit, sie habe jedoch bereits nach dem Boot gesucht und dementierte ein mögliches Unglück.

Ein Schlauchboot wird im Mittelmeer vermisst.
Ein Schlauchboot wird im Mittelmeer vermisst. - Foto: © ANSA / TWITTER/SOS MEDITERRANEE
Nach Angaben der deutschen Seenotrettungsorganisation Sea Watch befanden sich mutmaßlich 85 Menschen auf dem Schlauchboot. Sea Watch sowie die ebenfalls deutsche Organisation United4Rescue hatten nach eigenen Angaben am Wochenende dieses Boot sowie 3 weitere Flüchtlingsboote in Seenot vor der Südküste von Malta gesichtet.

Von den übrigen 3 Booten erreichte eines laut Frontex inzwischen Italien. Die beiden anderen seien zuletzt weiterhin auf See gesichtet worden. Auf diesen 3 Booten befanden sich nach Angaben von Sea Watch insgesamt 173 Menschen.

Die italienische Küstenwache und die EU-Grenzschutzbehörde Frontex dementierten jedoch am Montagnachmittag Berichte von „Sea Watch“, laut denen das Boot mit Dutzenden Migranten umgekippt sei und unzählige Menschen verunglückt seien.

Bilder eines von einem Frontex-Flugzeug aufgenommenen leeren Bootes würden sich auf ein treibendes Schlauchboot beziehen, das in den vergangenen Tagen nach einer Rettungsaktion der libyschen Küstenwache sich selbst überlassen wurde, nachdem die Migranten an Bord in Sicherheit gebracht worden waren, berichtete Frontex laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

In der Gegend seien weder Leichen, noch andere Gegenstände gefunden worden, die zum Schluss führen würden, dass sich dort ein Schiffsbuch ereignet habe.

Die Hilfsorganisation „Alarm Phone“ veröffentlichte am Montag die Tonaufnahme eines telefonischen Anrufes veröffentlicht, mit dem eine Migrantin an Bord eines im Mittelmeer in Seenot geratenen Schlauchbootes um Hilfe bat.

Die französisch sprechende Frau erklärte, sie sei schwanger und mit einer kranken Tochter unterwegs. „Die Menschen sterben hier“, sagte die Frau verzweifelt.

Eine männliche Stimme sagte hinzu, dass sich zwei Leichen an Bord des Bootes befanden. Veröffentlicht wurde auch die Tonaufnahme eines weiteren Migranten an Bord eines Schlauchbootes mit insgesamt 47 Personen an Bord. „Wir sind in kritischem Zustand, wir können nicht länger warten“, sagte er.

dpa