Im Gespräch erzählen sie von ihren Erlebnissen.<BR /><BR />Seit einigen Monaten betreibt die Vinschger Sozialgenossenschaft (Viso) in Mals die Finka. Es handelt sich um die ehemalige Finanzkaserne, die angekauft und zu einem Übernachtungsbetrieb umgebaut wurde. Die Viso hat sich von Beginn an die Unterstützung von benachteiligten Menschen auf die Fahnen geschrieben. Daher war es nur folgerichtig, dass vor einigen Tagen ukrainische Kriegsflüchtlinge aufgenommen wurden.<BR /><BR />Es sind Larysa und ihr Sohn Ivan, die in der Finka einen sicheren Hafen gefunden haben. Die beiden kamen über private Kontakte bis nach Mals und sind sehr glücklich darüber, dass sie hier ein neues Zuhause gefunden haben. Das Glück der Familie wird jedoch getrübt, denn Vater Mykhail Lytovchenko und Bruder Mykhail seien immer noch in der Ukraine bzw. in der Gegend von Dnipro, sagt Sohn Ivan. Die beiden würden dort nun ihrerseits Menschen helfen, die aus Gegenden in der Ostukraine fliehen müssten. <h3> Talentierter Hochspringer</h3>Der 17-Jährige kann gut Englisch; somit ist der persönliche Austausch mit ihm ohne weiteres möglich. Er übersetzt auch für seine Mutter, sollten deren Englischkenntnisse nicht ausreichen. Die beiden stehen mit ihren Angehörigen laufend in Kontakt und sind sehr dankbar, dass sie in Mals so freundlich aufgenommen werden. <BR /><BR />Ivan besucht eine Oberschule in Kiew – was glücklicherweise noch online organisiert werden kann – und ist talentierter Hochspringer. Sein sportlicher Werdegang wurde vom Krieg aber ebenfalls gestoppt. Umso glücklicher ist er, dass er für sein Training die Malser Sportanlagen nutzen kann. Seine Mutter Larysa hilft ihm, wo sie kann und wollte sich von Beginn an auch in der Finka bei der dort anfallenden Arbeit nützlich machen. <BR /><BR />Die beiden wollten wenige Tage nach der Ankunft ihre Dankbarkeit auch darüber hinaus zeigen und luden daher Vertreter der Finka bzw. Viso und weitere Hausgäste zu einem Abendessen ein, das Mutter Larysa zubereitet hatte. <h3> Nicht böse auf Russen</h3>Bei typisch ukrainischen Speisen erzählten die beiden, wie schwer es für sie war, ihre Heimat zu verlassen und wie sie den Weg von Rumänien über Verona bis nach Mals fanden. Die Menschen in der Ukraine würden in einer sehr schwierigen Situation leben müssen, bedauerten sie. Zugleich hofften sie, dass der Krieg bald ein Ende haben wird und die Ukraine wieder den Frieden findet, den sie bis vor wenigen Tagen genießen konnte. <BR /><BR />Trotz aller Widrigkeiten ist der 17-jährige Ivan nicht böse auf die russische Bevölkerung. Diese sei leider nicht objektiv darüber informiert, was ihre politische Führung in der Ukraine anrichte. Viele Russen glaubten gar, dass Putin ein großer Staatsmann sei.