Freitag, 08. Juli 2016

Flüchtlinge in Südtirol: Das klappt – und das nicht

Die Flüchtlinge kommen – doch wohin? Fieberhaft sucht das Land derzeit nach 700 Aufnahmeplätzen für Asylantragsteller. Jene, die schon heute Flüchtlinge aufgenommen haben, sprachen am Freitag mit Stocker. Sie berichteten von Erfahrungen, guten wie schlechten.

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Grundsätzlich berichteten die Leiter der 16 Aufnahmeeinrichtungen von positiven Entwicklungen in der Flüchtlingsarbeit. Die Flüchtlinge würden in der Bevölkerung immer mehr akzeptiert. In Sachen Arbeit gebe es allerdings einiges an Verbesserungspotenzial. Die Beschäftigungsmöglichkeiten von Asylantragstellern mit einem Betriebspraktikum gestalteten sich für die Arbeitgeber zu schwierig. Die Möglichkeit zu gemeinnützigen Arbeitseinsätze werde hingegen zu wenig genutzt. Landesrätin Martha Stocker versicherte, sich für eine Vereinfachung der bürokratischen Abwicklung der Betriebspraktika einsetzen zu wollen.

Die Sprachkurse würden gut angenommen, berichteten die Koordinatoren. Doch auch hier müsse nachjustiert werden: So müsse man dem Fakt Rechnung tragen, dass sich unter den Flüchtlingen auch Analphabeten befänden. Für diese müsse man eine separate Lösung finden.

Die Herausforderung schlechthin wartet erst: Im Herbst steht ein Treffen mit den Sozialdiensten an. Denn zugleich mit der Erstbetreuung wollen sich die Partner auf den nächsten Schritt vorbereiten, der nicht weniger heikel ist: die Integration der Flüchtlinge außerhalb der Einrichtungen.

Flüchtlinge, die auch heuer mehr werden. Wie berichtet, sucht das Land derzeit fieberhaft nach 700 weiteren Aufnahmeplätzen. Die Standorte Auer, Innichen und Riffian gelten als fix. Doch der große Rest steht offen. Stocker erwartet sich „offene Bereitschaft“: „Nur gemeinsam können wir diese große Herausforderung meistern.“

stol

stol