Montag, 08. August 2016

Flüchtlinge: Notstand in Como

Nachdem die Schweizer Behörden in den vergangenen Wochen hunderte Menschen nach der illegalen Einreise im Tessin aufgegriffen und an der Grenze zurückgewiesen haben, ist die lombardischen Grenzstadt Como mit einem akuten Flüchtlingsproblem konfrontiert.

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Archivbild - Foto: © LaPresse

Fast 500 Migranten campieren seit Tagen auf einer Grünanlage vor dem Bahnhof.

Allein in der vergangenen Woche haben die Schweizer Grenzwächter über 1100 illegal eingereiste Menschen zurückgeschafft. Nur knapp ein Fünftel hatte ein Asylgesuch gestellt.

Bei den Migranten handelt es sich meist um Flüchtlinge aus Eritrea, Gambia und Äthiopien. Zu ihnen zählen laut Medienangaben auch 200 Minderjährige. Sie wollen per Zug nach Deutschland gelangen.

Suche nach Unterkünften

Das Innenministerium in Rom ist auf der Suche nach Unterkünften für die Flüchtlinge. Sollte die Schweiz in den kommenden Wochen weiter in großem Maß Flüchtlinge zurückweisen, könnten in Como bald Zustände herrschen wie in an der französisch-italienischen Grenze in Ventimiglia, warnte die Caritas.

Pläne, die Migranten in eine ehemalige Kaserne unterzubringen, lösten den Protest der ausländerfeindlichen Lega Nord aus. „Das sind keine Flüchtlinge, sondern Wirtschaftsmigranten“, meinte ein Sprecher der Partei.

Die Europa-Abgeordnete der oppositionellen Forza Italia, Lara Comi, warnte, dass die Stadt am Rande des Kollaps stehe. „Die Situation in Como ist unerträglich. Sie bezeugt, dass das Problem der Migration noch weit von einer Lösung entfernt ist. Italien bemüht sich zwar, für den Mangel an Solidarität vieler EU-Länder aufzukommen, doch wir können nicht allein die Last der Aufnahme aller Migranten übernehmen“, so Comi.

apa

stol