Freitag, 29. Mai 2015

Flüchtlinge nutzen Aufenthaltsräume "nur wenige Minuten"

20 bis 25 Personen haben in vorläufigen Aufenthaltsräumen am Bozner Bahnhof Platz. Dort nehmen die Flüchtlinge allerdings nur kurze Hilfestellung in Anspruch. Ihr Ziel bleibt weiterhin, nach Norden über den Brenner zu kommen.

in Bozen stranden will keiner: Die Flüchtlinge halten sich möglichst kurz dort auf.
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in Bozen stranden will keiner: Die Flüchtlinge halten sich möglichst kurz dort auf. - Foto: © STOL

Eine Weiterreise über den Brenner scheint derzeit kaum aussichtsreich. Erst am Donnerstag ist eine 21-köpfige Gruppe illegal eingereister Migranten in einem internationalen Reisezug am Grenzübergang Brenner entdeckt und nach Italien zurückgeschickt worden. 

Knapp zwei Wochen vor dem G7-Gipfel in Elmau wird auch an den deutschen Grenzen wieder kontrolliert (STOL hat über die Angst vor dem Flüchtlingsstau berichtet). 

Vorläufige Aufenthaltsräume

Um bereits in der Landeshauptstadt etwas für die aus Süden kommenden Menschen zu tun, hat das Sozialressort des Landes hat zusammen mit der Quästur, der Bahnpolizei und der Verwaltung der Eisenbahn vorläufige Aufenthaltsräume im Bahnhof von Bozen eingerichtet. Dabei wurden die Räumlichkeiten vom Land Südtirol in Stand gesetzt. 

Nur Erstversorgungsmaßnahmen

Die Kosten für die Anpassung des Lokals für Flüchtlinge am Bozner Bahnhof betrugen 2.425 Euro und Mehrwertsteuer und wurden vom Land übernommen.

„Laut Auskunft der zuständigen Landesrätin beträgt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer nur ‚wenige Minuten‘, da nur Erstversorgungsmaßnahmen durchgeführt werden. Insgesamt können sich zwischen 20 und 25 Personen im Raum aufhalten", so der Abgeordnete Walter Blaas. 

Das Rote Kreuz biete medizinische Hilfe an. "Die dort betreuten Personen wurden ausschließlich ambulant behandelt. Sollten jedoch Fälle von leichtübertragbaren Krankheiten festgestellt werden, wird nach den vorgesehenen Protokollen gehandelt“, so Blaas

Essen, Trinken und Kleidung 

„Über die Auskünfte, Mitteilungen und Informationen, welche die Flüchtlinge am Bahnhof erhalten, wird lediglich berichtet, dass es um ihre aktuelle Lage gehe“, hält Blaas fest. „Daneben werden sie mit Essen, Trinken und Kleidung versorgt“, so der Freiheitliche Landtagsabgeordnete abschließend.

Von Belng seien auch Herkunft, das Alter, die Geschlechterverteilung und die Anzahl der Flüchtlinge, die täglich am Bahnhof von Bozen und am Brenner aufgegriffen und erfasst werden.

Auskunft über die Flüchtlinge

Blaas betont die die Notwendigkeit, dass die Landesregierung die Informationen von den zuständigen Stellen einholen lässt. Der Landtag müsse eine hinreichende Auskunft über die nicht übersehbaren Flüchtlingsströme an den Bahnhöfen von Bozen und am Brenner bekommen.

Zudem habe die Südtiroler Bevölkerung das Recht zu erfahren, was sich vor der eigenen Haustür ereignet – auch das gehöre zu einer transparenten Politik und Landesverwaltung. 

stol

stol