Es ist 9 Uhr am Bozner Bahnhof. Auf Gleis drei fährt um 9.32 Uhr der Eurocity nach München ab. Am Bahnsteig fallen ein Dutzend junger, afrikanischer Männer ohne Gepäck auf. Sie hocken geduckt, blicken meist zu Boden, nuscheln untereinander, warten bis der Zug sie endlich nach Norden bringt, raus aus Italien. Laut dem Parlamentarier Florian Kronbichler fehle es in Italien an einer Flüchtlingspolitik und an den Institutionen. Südtirol sei im Denken der Flüchtlinge nur der letzte Zipfel Italiens, der Ort mit dem Pass zum gelobten Land, so Kronbichler. Ein Ziel der Flüchtlinge sei oft Deutschland.Doch die Reise endet oft bereits an der Grenze zu Österreich. In Dauerschleife bringt die österreichische Polizei derzeit illegale Einwanderer zurück an den Brenner.Z/ker_________________________________Eine ausführliche Reportage, Hintergründe, Interviews und politische Reaktionen zum Thema gibt es in der aktuellen Ausgabe der Sonntagszeitung Zett.