Donnerstag, 07. Mai 2015

Flüchtlingsankünfte in Italien 2015 um 15 Prozent gestiegen

Seit Jahresbeginn ist die Zahl der in Italien gelandeten Flüchtlinge im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf circa 32.000 gestiegen.

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Archivbild - Foto: © APA/EPA

Dies berichtete der Präsident der parlamentarischen Untersuchungskommission zur Flüchtlingsproblematik, Gennaro Migliore, am Donnerstag in Rom. Bis Jahresende rechne Italien mit 200.000 Flüchtlingen, im Vorjahr waren es 170.000.

„Man kann nicht von einer Invasion sprechen. Es handelt sich zwar um große Zahlen, doch wir sind in der Lage, diese Menschen aufzunehmen. Das Problem ist, dass einige Gemeinden in Italien nicht zusammenarbeiten wollen, um Flüchtlingen Unterkünfte zu sichern“, kommentierte Migliore vor dem Parlament. 84.000 Menschen seien zurzeit in italienischen Flüchtlingseinrichtungen untergebracht.

Alfano fordert faire Verteilung 

Innenminister Angelino Alfano appellierte zu einer fairen Verteilung der Migranten unter europäischen Ländern und italienischen Regionen. „Niemand darf an diesem Prinzip rütteln“, meinte Alfano.

Ein Sprecher des Innenministeriums berichtete, dass Italien 45 Euro pro Tag für jeden minderjährigen Migranten zahle, das sind 1.350 Euro im Monat. Circa zehn Prozent aller Migranten, die in Italien eintreffen, sind minderjährige.

Tausende Minderjährige 

Seit Oktober 2013 sind 4500 unbegleitete Minderjährige auf Sizilien eingetroffen. Viele von ihnen landen in Flüchtlingseinrichtungen für Jugendliche, wo sie bis zu eineinhalb Jahre verbringen müssen, bis sie identifiziert werden und Asylrecht erhalten.

Andere tauchen einfach unter und versuchen auf eigene Faust, Freunde und Angehörige in anderen europäischen Ländern zu erreichen. Sie sind dabei großen Gefahren ausgeliefert. Besorgniserregend sei vor allem die Lage minderjähriger Mädchen aus Nigeria, die in Italien oft auf dem Strich landen, hieß es in Rom.

Wer in den Jugendeinrichtungen für Flüchtlinge bleibt, muss sich auf eine lange Wartezeit gefasst machen, bis er internationalen Schutz erhält. Minderjährige Flüchtlinge genießen in Italien zwar automatisch den Schutz, den die 1989 verabschiedete UNO-Konvention für Kinderrechte vorsieht. Bis sie identifiziert werden und Asylstatus erhalten, kann es aber lange dauern.

apa

stol