Samstag, 29. August 2015

Flüchtlingsdrama – Ermittlungsteam nach Ungarn geschickt

Nach dem Flüchtlingsdrama am Donnerstag auf der Ostautobahn (A4), bei dem in einem Kühltransporter 71 tote Flüchtlinge entdeckt und am Freitag vier Personen festgenommen worden sind, wurde von der Polizei Samstagfrüh ein Ermittlungsteam nach Ungarn geschickt.

Foto: © APA/EPA

Das kündigte Polizeichef Hans Peter Doskozil am Freitagabend in der ORF-Sendung „Burgenland heute“ an. An Ort und Stelle sollen erste Abklärungen gemacht werden.

Am Samstagnachmittag werden drei festgenommene Männer von einem Gericht in Kecskemet gehört. Dabei handelt es sich um den Zulassungsbesitzer des Lasters sowie den zwei mutmaßlichen Fahrern. Wie viele Beamte aus dem Burgenland nach Ungarn geschickt wurden, war zunächst nicht bekannt.

Offen war außerdem, ob der vierte Festgenommene ebenfalls angehört werde. Zu ihm konnte seitens der Staatsanwaltschaft Eisenstadt (StA) auf APA-Anfrage keine Angaben gemacht werden. Wie sich die nun insgesamt vier Festgenommenen verantworten, war nicht bekannt.

„Wir haben zwar diesen tollen Erfolg, aber wir stehen trotzdem am Anfang der Ermittlungen“, sagte StA-Sprecherin Verena Strnad. Sie verwies außerdem darauf, dass man „nicht in Echtzeit“ informiert werde, wenngleich die Zusammenarbeit hervorragend sei. Details könne und wolle man nicht bekanntgeben, „um die Ermittlungen nicht zu gefährden“, sagte sie.

Zu den Obduktionen hieß es, dass diese im Laufen seien und „zügig aber sorgfältig“ durchgeführt werden. Es werde, wie schon erwähnt, einige Tage dauern. Auf ein konkretes Zeitfenster wolle sie sich nicht festlegen, meinte die StA-Sprecherin.

apa

stol