Samstag, 08. August 2015

Flüchtlingsdrama: Überlebende berichten über barbarischen Umgang

Immer grausamere Details werden zum Flüchtlingsdrama am Mittwoch vor der libyschen Küste bekannt. Die Schlepper sollen bewusst 200 Menschen im Laderaum eingesperrt und so ihren Tod verschuldet haben. Fünf Männer aus Libyen und Algerien wurden als die mutmaßlichen Schlepper festgenommen.

Hunderte Flüchtlinge konnten nach der Schiffskatastrophe am Mittwoch gerettet werden, aber längst nicht alle.
Hunderte Flüchtlinge konnten nach der Schiffskatastrophe am Mittwoch gerettet werden, aber längst nicht alle. - Foto: © LaPresse

An Bord des Fischkutters soll laut Berichten von Überlebenden mit äußerster Brutalität gegen die Migranten vorgegangen sein: Von den Schleppern wurden die Flüchtlinge geschlagen und mit Messern verletzt, um sie unter Kontrolle zu halten.

Bis zu 1.800 Dollar (1.650 Euro) hätten die Schutzsuchenden für die Überfahrt bezahlt. Jene, die nur die Hälfte des Fahrpreises zahlen konnten, seien unter Deck eingesperrt worden. Sie seien mit dem Boot untergegangen, sagten Augenzeugen.

Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen

Der Polizei in Palermo gelang es, basierend auf Zeugenaussagen fünf Männer aus Libyen und Algerien festzunehmen, es soll sich dabei um die Schlepper handeln. Die 21- bis 25-Jährigen hatten sich nach dem Unglück unter die Flüchtlinge gemischt. Ihnen wird nun mehrfacher Mord vorgeworfen.

apa

stol