Dienstag, 15. Juni 2021

Flüchtlingslager auf Lampedusa wieder überfüllt

Lampedusa ist erneut mit einer starken Flüchtlingsbewegung konfrontiert. Allein in der Nacht auf Dienstag landeten 7 Boote mit insgesamt 250 Migranten auf der Insel. Das größte Boot hatte 85 Menschen an Bord, die meisten aus Tunesien. Sie wurden in die Flüchtlingseinrichtung der Insel gebracht, in der sich bereits über 1000 Migranten aufhalten. Die Behörden versuchten, die Migranten nach Sizilien zu bringen, hieß es.

Aufgegriffene Flüchtlinge auf dem Weg nach Lampedusa (Archivbild).
Aufgegriffene Flüchtlinge auf dem Weg nach Lampedusa (Archivbild). - Foto: © APA/AFP / ALBERTO PIZZOLI
Zu ihnen zählen circa 100 unbegleitete Minderjährige. Einige Flüchtlinge gingen an Bord eines Quarantäneschiffes. Insgesamt kamen seit Anfang des Jahres bereits über 17.000 Geflüchtete nach Seefahrten über das Mittelmeer in Süditalien an. Im Vergleichszeitraum 2020 waren es 5585 gewesen, teilte das Innenministerium in Rom mit.

Helfer der Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) suchten indes mit 410 aus Seenot geretteten Migranten an Bord ihres Schiffes „Geo Barents“ weiter nach einem sicheren Hafen. An Bord befinden sich Frauen, Kinder und unbegleitete Minderjährige. Die gecharterte „Geo Barents“ war Mitte Mai unter norwegischer Flagge in ihr Zielgebiet ausgelaufen. Das Schiff befindet sich in internationalen Gewässern unweit der Küste Siziliens.

Angesichts der zunehmenden Zahl von Flüchtlingsankünften in Süditalien will die italienische Regierung mithilfe von Abkommen mit Drittländern die Rückführung von Flüchtlingen beschleunigen. Das einzige Abkommen, das bis jetzt in Sachen Rückführungen funktioniere, sei jenes mit Tunesien, erklärte Innenministerin Luciana Lamorgese laut Medienangaben.

apa