Montag, 04. Mai 2015

Flüchtlingsnotstand ohne Ende

Nach der Rettung von mehr als 5800 Bootsflüchtlingen im Mittelmeer am Wochenende wird auf Sizilien fieberhaft nach Unterkünften für die Migranten gesucht.

Ankunft von Flüchtlingen auf Sizilien.
Ankunft von Flüchtlingen auf Sizilien. - Foto: © LaPresse

Der italienische Innenminister Angelino Alfano traf am Montag in Palermo ein, wo er ein Gipfeltreffen mit den Polizeichefs und den Bürgermeistern sizilianischer Gemeinden koordinieren wird.

Die Flüchtlingseinrichtungen auf Sizilien sind mit dem Ansturm völlig überfordert. In Trapani landeten am Montag 392 somalische Migranten, darunter mehrere schwangere Frauen, berichteten italienische Medien.

325 und 870 Flüchtlinge aus Afrika und Syrien erreichten die sizilianische Hafenstadt Pozzallo bzw. die Insel Lampedusa. Weitere 397 Migranten landeten in Messina. Bei der Rettungsaktion im Mittelmeer wurden am Wochenende auch die Leichen von zehn Flüchtlingen geborgen.

Flüchtlinge auf mehrere Regionen verteilen 

Innenminister Angelino Alfano bemüht sich, die Flüchtlinge auf mehrere Regionen Italiens zu verteilen, da die Auffanglager auf Sizilien längst überfüllt sind. Jede italienische Region müsse einen Beitrag im Umgang mit dem Flüchtlingsnotstand leisten, denn man könne Sizilien nicht allein die Last der Migrantenproblematik aufhalsen, urgierte Alfanos. Doch vor allem die norditalienischen Lokalverwaltungen, die Bürgerproteste befürchten, wollen keine Flüchtlinge mehr aufnehmen.

Die Gemeindevereinigung ANCI und das Innenministerium verhandeln, um Pfarren, Schulen und Sporthallen für Asylsuchende zur Verfügung zu stellen. Nach den massiven Flüchtlingsankünften der vergangenen Wochen sind alle Flüchtlingseinrichtungen überfüllt.

Das Innenministerium, das im Gesamtjahr 2015 mit 200.000 Migranten rechnet, macht Druck auf die Gemeinden, um Lösungen für die Flüchtlinge zu finden. Derzeit halten sich circa 70.000 Migranten in Italien auf.

apa 

stol