Montag, 16. Januar 2017

Flüchtlingsprotest vor Bozner Quästur

Mehrere Asylantragsteller haben am Montagvormittag vor der Bozner Quästur protestiert. Sie forderten eine schnellere Bearbeitung ihrer Asylanträge. Soziallandesrätin Martha Stocker stimmt zu: Das Verfahren dauert tatsächlich viel zu lange, sagt sie.

Mehrere Asylantragsteller haben am Montag in Bozen protestiert. Hier sehen Sie ein Archivbild.
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Mehrere Asylantragsteller haben am Montag in Bozen protestiert. Hier sehen Sie ein Archivbild.

Personen, die Asyl in Italien beantragen, müssen sich auf eine mehrmonatige Zeit im Ungewissen einstellen. Informationen der Landesrätin zufolge dauert es 15 bis 18 Monate, bis die Antragsteller erfahren, ob ihr Antrag positiv oder negativ bewertet wurde. Wenn Asylantragsteller wegen der langen Wartezeit also auf die Straße gehen – so wie am Montag in Bozen passiert –, dann „kann ich die Menschen verstehen“, sagt die Landesrätin.

Am Vormittag hatten sich einige Asylantragsteller vor der Bozner Quästur versammelt. Anders als beim Protest vor dem Landtag im Juli (STOL hat berichtet) war es dieses Mal nicht die Art und Weise der Versorgung, gegen die die Demonstranten ins Feld zogen, sondern die langen Wartezeiten für die Bearbeitung ihres Asylantrags.

Offizielle Zahlen zum Protest liegen nicht vor. Medien berichten von rund 40 Personen, die sich vor der Quästur versammelt hätten, angeblich größtenteils Bürger aus Afghanistan und Pakistan, die in der ehemaligen Betriebshalle der Großbäckerei „Lemayr“ in der Industriezone untergebracht seien. „Wir können nicht so lange nichts wissen“, werden die Demonstranten zitiert. „So ist es auch schwierig, Arbeit zu finden.“

Martha Stocker betont, dass die Demonstration friedlich abgelaufen sei. Und: Was die langen Wartezeiten anbelange, so seien die staatlichen Stellen gefordert, nicht das Land. Die Entscheidung über den Asylantrag fällt in Verona.

stol

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