Die Landesabteilung Zivilschutz führt dies auf die starke Schneeschmelze zurück, die heuer später eingetreten ist als in den Vorjahren..Man werde die Situation weiterhin genau beobachten, so der Zivilschutz. „Dass die Flüsse derzeit viel Wasser führen, ist auf die noch hohe Schneedecke in höheren Lagen und die hohen Temperaturen von mehr als 20 Grad über 2000 Meter Meereshöhe und auf das Ansteigen der Null-Grad-Grenze auf 4400 Meter Meereshöhe zurückzuführen", erklärt Hanspeter Staffler, Direktor der Landesabteilung für Brand- und Zivilschutz. Anfang Juni waren die Berge oberhalb 2200 Meter Meereshöhe noch schneebedeckt. So war die Schneedecke auf den Rossbänken im Ultental (2255 Meter Meereshöhe) und auf der Rossalm in Prags (2340 Meter Meereshöhe) noch 60 bzw. 80 cm hoch. In Madritsch/Sulden (2825 Meter Meereshöhe) und am Teufelsegg in Schnals (3035 Meter Meereshöhe) betrug die Schneehöhe sogar zwei bzw. 3,3 Meter. In der Gletscherzone zeigten die zeitgleich durchgeführten Messungen an den Schneeakkumulationen eine Schneehöhe von über vier Metern, so Staffler. In diesen Gebieten beträgt die Schneeschmelzrate in diesen Tagen fünf bis zehn Zentimeter pro Tag, wobei der Schnee noch eine Höhe von ein bis 2,5 Metern hat.Von April bis Juni 2013 war der Durchfluss der Etsch um 50 Prozent höher als in anderen Jahren. Die Daten dieser Tage und die Projektionen für den Monat Juni zeigen eine um 30 Prozent höhere Durchflussmenge als der übliche Mittelwert von 310 Kubikmeter pro Sekunde. Bei der Pegelmessstation in Branzoll, die als Referenzpunkt für das obere Einzugsgebiet der Etsch gilt, wurden dieser Tage Werte von 450 Kubikmetern pro Sekunde als Tagesdurchschnittswerte gemessen.Sobald die Hitzewelle ihren Höhepunkt erreicht hat, soll sich die Lage wieder stabilisieren. Zwar dürften die für die Nacht von Donnerstag auf Freitag erwarteten Gewitter nach Einschätzung der Landesabteilung Zivilschutz zu einem weiteren Anstieg der Wassermengen in den Flüssen führen.Allerdings soll auch die in den Nordalpen durchziehende Kaltfront tendenziell eine Verringerung der Wassermengen in den Flüssen mit sich bringen.