Vom Absturz einer Maschine der englischen Fluggesellschaft British Eagle im Jahr 1964 am Glungezer (Tuxer Alpen, südlich von Innsbruck) mit 83 Todesopfern haben viele gehört. Doch es gab noch einen weiteren Absturz eines Flugzeugs dieser Fluggesellschaft.<BR /><BR /> Beim Absturz der Schwesternmaschine des 1964 am Glungezer verunglückten British-Eagle-Fliegers im Jahr 1968 kamen 48 Menschen ums Leben. Kaum einer kennt dieses Unglück, wahrscheinlich weil das Flugzeug im Sinkflug Richtung Innsbruck auf bayrischem Gebiet abgestürzt war. Es waren die 2 schwersten Unglücke in der Geschichte dieser einst zweitgrößten britischen Fluggesellschaft.<BR /><BR />Beide Maschinen wollten von London-Heathrow nach Innsbruck, beide hatten die gleiche Flugnummer: British-Eagle-Flug 802.<BR /><BR /><b> British-Eagle-Flug 802 im Jahr 1964:</b><BR /><BR />Die ersten Olympischen Winterspiele in Innsbruck waren gerade zu Ende gegangen, die Tiroler Landeshauptstadt weit über die österreichischen Grenzen hinaus als touristische Winter-Destination in vieler Munde. Und von weit her reisten zahlungskräftige Erholungssuchende nach Tirol an. Sehr oft mit dem Flugzeug. <BR /><BR />So auch am 29. Februar 1964. Eine Bristol 175 Britannia 312 der englischen Fluggesellschaft British Eagle mit dem Kennzeichen G-AOVO hatte es bis in den Luftraum über Innsbruck geschafft, doch der Pilot vermochte die dichte Wolkendecke nicht zu durchdringen, um eine sichere Landung in Innsbruck-Kranebitten durchzuführen. <BR /><BR />Also begann die Maschine in einer großen „8“ mit Zentrum über dem Patscherkofel südlich von Innsbruck in einer Höhe von ca. 3350 Metern eine Schleife zu drehen. Der Pilot orientierte sich dabei an einem am Patscherkofel installierten Funkfeuer, um seine Position im Luftraum zu halten. Im Anschluss wirkten sich zwei Dinge verhängnisvoll aus. Einerseits kam der Pilot zu tief, andererseits war auf seinen Karten der Patscherkofel (2246 m) als höchster Berg in seinem Bereich eingezeichnet und nicht der etwas östlicher gelegene, mehr als 400 Meter höhere Glungezer (2677 m), über den seine Schleife ebenfalls führte.<BR /><BR />Während man am Innsbrucker Flughafen-Tower gerade einer Swissair-Maschine die Startfreigabe erteilte und mit einer anfliegenden AUA-Maschine kommunizierte, gab es immer wieder auch Funkkontakt mit der britischen Maschine im Holding über dem Patscherkofel. Der Pilot der AUA-Maschine, die gerade aus Richtung Kufstein angeflogen<BR />kam, gab sogar Tipps an die Engländer weiter, aus welcher Richtung eine Landung aufgrund der Sichtverhältnisse möglich schien. <BR /><BR />In der Zwischenzeit hatte aber der Pilot von British-Eagle-Flug 802, der zuvor bereits 9 Mal Innsbruck angeflogen hatte, seine ursprüngliche Flughöhe verlassen und war immer tiefer gesunken. Den Tipp der AUA-Maschine bekam er nicht mehr mit. Die Frage des Towers, ob man den Hinweis verstanden hätte, wurde nicht mehr erwidert. Zu diesem Zeitpunkt war die Maschine bereits in den Glungezer gerast. Die 75 Passagiere und 8 Besatzungsmitglieder waren tot. Das Unglück war zu diesem Zeitpunkt das zehntschwerste, das es jemals in der Luftfahrt weltweit gegeben hatte.<BR /><BR /><b>British-Eagle-Flug 802 im Jahr 1968:</b><BR /><BR />Am 9. August 1968 startete in London-Heathrow neuerlich eine Maschine von British Eagle mit dem Ziel Innsbruck-Kranebitten. Die Vickers 739A<BR />Viscount mit dem Kennzeichen G-ATFN hatte München passiert und mit dem Sinkflug begonnen.Wahrscheinliche Unfallursache war, dass die Elektrik ausgefallen war. Dadurch vermochten die Piloten bei ebenfalls schlechten Wetterbedingungen die Instrumente nicht mehr richtig abzulesen. Die Beleuchtung war ausgefallen.<BR /><BR />Die Maschine ging zu steil in den Sinkflug, geriet außer Kontrolle und stürzte bei Langenbrück in Bayern ab. Alle an Bord, 44 Passagiere und 4 Besatzungsmitglieder, starben. Und wieder wartete man in Innsbruck vergeblich auf eine Passagiermaschine. <BR /><BR />In ihrer zwanzigjährigen Geschichte verzeichnete British Eagle 4 tödliche Abstürze – zwei davon betrafen die Route von London-Heathrow nach Innsbruck. Es waren auch jene zwei Abstürze der Airline mit den meisten Todesopfern.<BR /><BR />Mehr Geschichten über das geheimnisvolle Tirol finden Sie in der Zeitschrift „Die Tiroler“, die auch <a href="https://www.dietiroler.com/" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">online </a>gelesen werden kann. <BR /><BR />