Samstag, 07. September 2019

Flugshow in Österreich: Böe bringt Doppeldecker zum Umkippen

Ein Zwischenfall bei der Flugshow Airpower im steirischen Zeltweg ist glimpflich verlaufen: Am Ende einer Flugdarstellung von 2 Maschinen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs - einer Fokker DR1-Dreidecker und einer schwedischen CFM01 „Tummelisa” (”Däumling”) - ist das schwedische Muster beim Landen auf der Graspiste durch eine plötzliche Windböe umgekippt. Der schwedische Pilot blieb unverletzt.

Der schwedische Pilot blieb bei dem Unfall unverletzt Foto: APA (BUNDESHEER)
Der schwedische Pilot blieb bei dem Unfall unverletzt Foto: APA (BUNDESHEER)

Zu dem Zwischenfall war es am Ende einer Vorführung mit Namen „Warbirds” - eine Art Luftkampfdarstellung aus der Zeit des Ersten Weltkriegs - gekommen. Die zweite Maschine - ein Fokker-Dreidecker jenes Typs, die auch der „Rote Baron” Manfred von Richthofen flog - landete ohne Probleme.

Laut Airpower-Projektleiter Brigadier Arnold Staudacher entstand lediglich Sachschaden an der Maschine. Zum Zeitpunkt des Unfalls war die Graspiste nass, der Windstoß kippte den leichten Doppeldecker dann um. „Die Rettungskette wurde sofort ausgelöst und hat wie geplant funktioniert, die Einheiten waren binnen Sekunden an der Stelle”, sagte Staudacher. Die genaue Unfallursache wird nun durch die Unfallkommission erhoben.

Das Wetter spielte zudem erstmals bei einer Airpower nicht mit: Am Samstag mussten wegen der tiefhängenden Wolken über dem Fliegerhorst in Zeltweg etliche Programmpunkte abgesagt oder vorgezogen werden. Die Airshow wurde mehrmals unterbrochen. Die italienische Kunstflugstaffel „Frecce Tricolori” etwa dürfte ihr Programm nicht zeigen.

Das Fliegerhorstgelände waren am Vormittag und am frühen Nachmittag immer wieder Regenschauer niedergegangen. Die Zehntausenden Zuseher trugen es mit Fassung. Möglich waren bei der niedrigen Wolkendecke hingegen die Hubschrauber-Vorführungen. Das Jagdkommando zeigte mit heimischen Helikoptern sowie mit Unterstützung von zwei deutschen Hubschraubern vom Typ NH-90 eine kleine Luftlandeübung, gesichert von mit M134 „Minigun” bewaffneten OH-58 „Kiowa”-Hubschraubern. Die NH-90 flogen an Lastseilen leichte Transport-Fahrzeuge ein, aus dem Heck eines der Helis wurde ein Quad des Jagdkommandos ausgeladen und sofort „eingesetzt”. Die Jagdkommando-Soldaten wurden von S70 „Blackhawk” und AB212 des Bundesheeres gelandet.

Manche der Teilnehmer hatten kein Schlechtwetterprogramm in petto, sagte ein Offizier. Deren Vorführungen entfielen oder wurden nach hinten verschoben, in der Hoffnung auf eine bessere Wetterlage. Regulär sollte das Airpower-Programm gegen 17.00 Uhr enden.

Verteidigungsminister Thomas Starlinger gab sich gegen Ende der Airpower vor Journalisten zuversichtlich, dass es unter einer neuen Regierung eine ausreichende Finanzierung für das Bundesheer geben werde. Trotz des Zwischenfalls wurde die Veranstaltung fortgesetzt.

Seiner Ansicht nach hätten sich in den vergangene Monaten zwei Umstände wesentlich geändert: Die Bevölkerung habe gesehen, dass sie das Bundesheer ohne entsprechende Mittel nicht mehr schützen könne. „Blackout, Terror, um nur zwei der möglichen Bedrohungen zu nennen”, sagte Starlinger. Es müsse klar sein, dass Terroristen die notwendige Ausrüstung und auch Kampferfahrung besäßen. Es bedürfe keines Hinweises mehr, um zu sehen, wo das Bundesheer mit seinen Fähigkeiten stehe. „Nein, wir sind nicht mehr in der Lage zu schützen”, wurde der Minister drastisch. Die Erfordernisse der Neutralität und die Einsatzfähigkeit stünden im „krassen Widerspruch zur Realität. Wir bauen am Boden Zäune, aber zehn Meter darüber ist uns die Souveränität unseres Landes gleichgültig.”

apa

stol