„Das Projekt Einzugsgebietsplan Mareiterbach bietet der Abteilung Wasserschutzbauten die Möglichkeit, in enger Zusammenarbeit mit der Bevölkerung einen effizienten, naturverträglichen und bezahlbaren Schutz vor Naturgefahren in die Wege zu leiten“, erklärt Rudolf Pollinger, Direktor der Landesabteilung Wasserschutzbauten. In einem zweijährigen Projekt wird u.a. ein so genannter Einzugsgebietsplan, ein fächerübergreifender Bewirtschaftungsplan, mit dem Ziel eines nachhaltigen Schutzes vor Naturgefahren erstellt. Dabei werden auch Aspekte wie Landnutzung, Gewässerökologie, Terrestrische Ökologie und Wassernutzung berücksichtigt. Im Rahmen des Flurnamenvortrags zeigte Ortner den Zusammenhang zwischen Flurnamen und dem Vorkommen von Naturgefahren auf. Anhand der ortstypischen Flurnamen erklärte er, wie sehr die Landschaft im Laufe der Zeit von den Naturereignissen geprägt wurde. „Um den Mareider Bach kommen besonders viele Flurnamen vor”, unterstrich der Namenkundler.Beispiele seien die Sante - von der Einsandung des Geländes, die Riben - ein schmaler Erlenbuschstreifen, die Archen - Archen sind die alten Uferbefestigungen des Bachs, die Erl - verkürzt aus Erlach "Erlenwald" und die Möser (Mous/"Feuchtwiese").“Diese beziehen sich direkt auf den Bach und thematisieren Gefahren, die von ihm ausgehen: Überschwemmungen, Einsandungen, Überschotterungen”, so Ortner, der seinen Vortrag bildlich mit aktuellen Flurnamenkarten, kombiniert mit historischen Karten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts veranschaulichte.Der Name Mareit kommt von vom vorrömisch/alpenromanischen Wort maredu, was ‘Gelände bei den Muren’ bedeutet. Im 11. und 12. Jahrhundert wurde daraus Maraid und Maráit.Ortner gab auch Aufschluss darüber, was Flurnamen eigentlich sind und was Flurnamen zu einem so wertvollen immateriellen Kulturgut macht. „Namen sind Denkmäler der Sprachgeschichte“, unterstrich der Flurnamenexperte.In der abschließenden Publikumsdiskussion ging Ortner auch auf die Namen und Orte v.a. im Einzugsgebiet Mareiterbach in der Gemeinde Ratschings ein. Organisiert wurde der Abend von der Landesabteilung Wasserschutzbauten im Rahmenprogramm des EU-Projekts “Einzugsgebietsplan Mareiterbach” mit dem Ziel, die Bevölkerung vor Ort über Schutz und Umgang mit Naturgefahren und über die Raumnutzung im Gebiet zu informieren. Moderiert wurde der Abend von Beatrix Unterhofer.