Dienstag, 12. Januar 2021

Forscher prüfen aufgetauchte mögliche Coronavirus-Mutation

Die am Dienstag in Nordtirol und Wien aufgetauchten Verdachtsfälle der britischen Virusvariante werden momentan von einem Wissenschafterteam überprüft.

Die Abstriche werden gezielt untersucht.
Die Abstriche werden gezielt untersucht. - Foto: © shutterstock
Im Gegensatz zu den PCR-Tests, die nach nur einer für die Variante charakteristischen Veränderung (Mutation) suchen, analysiert das Team um den Mikrobiologen Andreas Bergthaler nun das gesamte Erbgut der verdächtigen Proben. Endgültige Ergebnisse gibt es voraussichtlich bis zum Beginn der kommenden Woche.

Am Dienstag waren unter anderem in Nordtirol, im Bezirk Kitzbühel, 17 Verdachtsfälle gemeldet worden.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass das die Varianten sind, ist sehr hoch. Der finale Beweis muss aber erst durch Sequenzierung (des Erbguts des gesamten Virus, Anm.) erbracht werden“, sagte der Forscher vom Forschungsinstitut für Molekulare Medizin (CeMM) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) zur APA. Die Überprüfung der Proben laufe gerade im Labor.

Gezielte PCR-Tests

Bei gezielten PCR-Tests ist das Ergebnis in rund drei Stunden da, für Sequenzierungen brauche man mindestens fünf Arbeitstage. Gesucht sollte mit dem PCR-Verfahren nun verstärkt nach einer bestimmten Mutation in der insgesamt markante 17 Veränderungen umfassenden britischen B.1.1.7-Variante werden - der „M501Y“-Mutation. „Das Interessante an genau dieser Mutation ist, dass sie sowohl in der britischen, der südafrikanischen als auch in der japanischen Variante vorkommt“, sagte Bergthaler.

Es sei wichtig, dass nun auch dezentral in Österreich „mit dieser mutationsspezifischen PCR getestet wird“, betonte der Forscher. Ist das Ergebnis negativ könne man den britischen Zweig ausschließen, bei einem positiven Wert sei der Verdacht schon recht begründet. Dieses Vergehen werde gerade „breiter aufgebaut“, das gilt auch für den Ausbau der Sequenzierungen, so der Wissenschafter.



apa