Montag, 16. März 2020

Frachter mit Migranten vor Kykladeninsel Kea auf Grund gelaufen

Die griechische Küstenwache hat am Montagmorgen 190 Migranten vor der Insel Kea aufgegriffen. Ihr Kleintanker war vor dem Hafen dieser Kykladeninsel auf Grund gelaufen.

Zahlreiche Migranten hatten versucht auf dem Seeweg von Griechenland weg zu kommen.
Zahlreiche Migranten hatten versucht auf dem Seeweg von Griechenland weg zu kommen. - Foto: © ansa
Wie die Küstenwache weiter mitteilte, waren 123 Männer, 29 Frauen und 38 Kinder an Bord. Sie seien alle wohlauf und in einem verlassenen Hotel vorläufig untergebracht worden. Zuvor hatte der Staatsrundfunk berichtet, das auf Grund gelaufene Schiff sei ein Frachter.

Die Migranten waren nach Informationen aus Kreisen der Küstenwache von der türkischen Ägäisküste gestartet. Sie seien auf dem Weg nach Italien gewesen, um nicht in Griechenland bleiben zu müssen. Wegen stürmischer Winde, die stellenweise die Stärke 9 erreicht hätten, sei das Schiff dann vor der Insel Kea auf Grund gelaufen, hieß es. Nach dem Zwischenfall hätten 2 oder 3 Schleuser mit einem Schlauchboot das Boot verlassen.

Griechenland hat das Asylverfahren für Migranten, die seit dem 1. März aus der Türkei kommen, ausgesetzt. Dies gilt zunächst für einen Monat. Alle seit dem 1. März angekommenen Migranten werden in geschlossenen Lagern festgehalten, um sie später auszuweisen.

Athen hatte diese Maßnahme getroffen nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Ende Februar die Grenze seines Landes zur EU für Migranten für offen erklärt hatte. Tausende Migranten hatten sich daraufhin auf den Weg in Richtung Griechenland gemacht.

Die griechischen Sicherheitskräfte konnten bislang – auch unter Einsatz von Tränengas und Blendgranaten – die meisten Menschen daran hindern, in die EU zu kommen. Dies kritisieren Hilfsorganisationen. Beamte der europäischen Grenzagentur Frontex unterstützen die griechischen Sicherheitskräfte.

dpa