Donnerstag, 08. April 2021

Fraktion Montiggl an Kläranlage Tramin angeschlossen

Über eine neue Schmutzwasserleitung gelangt das Abwasser der Eppaner Fraktion Montiggl zur Kläranlage Tramin. LR Vettorato: „Vorteile für Gewässerschutz und Kosteneinsparungen.“

Die Kläranlage in Tramin reinigt nun auch das kommunale Abwasser der Eppaner Fraktion Montiggl.
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Die Kläranlage in Tramin reinigt nun auch das kommunale Abwasser der Eppaner Fraktion Montiggl. - Foto: © LPA/Gnews
Vor kurzem wurden die Bauarbeiten an der Kanalisation abgeschlossen, die die Fraktion Montiggl in der Gemeinde Eppan mit dem übergemeindlichen Hauptsammler des Lavason-Tals in der Gemeinde Kaltern verbindet. Die neue Leitung ermöglicht es, das kommunale Montiggler Abwasser in die Kläranlage von Tramin einzuleiten und gleichzeitig die kleine Kläranlage in Montiggl stillzulegen.

„Dies bringt sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile“, unterstreicht der Landesrat für Umwelt und Energie, Giuliano Vettorato: „Größere Anlagen wie jene in Tramin arbeiten im Vergleich zu kleineren Anlagen effizienter. Zudem werden durch die Stilllegung der Kläranlage Montiggl Betriebskosten gespart.“

Arbeiten in Landschaftsschutzgebiet

Der Bau der Kanalisation war bereits im Gewässerschutzplan vorgesehen. Insgesamt sind 810.000 Euro an Kosten für Planung und Bau entstanden. „90 Prozent davon hat das Land Südtirol finanziert“, so Landesrat Vettorato. Durchgeführt hat den Bau des neuen Hauptsammlers die Eco Center AG. Dazu wurden rund 2,9 Kilometer an Polypropylen-Rohren verlegt. „Besonders wurde darauf geachtet, die Auswirkungen auf die Umwelt möglichst gering zu halten“, erklärt der Technische Direktor der Eco Center AG, Bruno Eisenstecken. „Zu diesem Zweck wurde die Leitung entlang bestehender Forstwege verlegt, um eine Durchquerung des Waldes inmitten des Landschaftsschutzgebiets zu vermeiden. Auch die Wartungsarbeiten können somit einfacher erfolgen.“ Die kleine Kläranlage von Montiggl wird von der Gemeinde Eppan abgebaut und das Areal einer neuen, noch zu bestimmenden Nutzung zugeführt werden.

Hoher Qualitätsstandard

Mit dem „Landesplan für die Klärung der Abwässer“ aus dem Jahr 1981 hat das Land Südtirol den Bau von zentralen Kläranlagen beschlossen. „Dieses Prinzip der Zentralisierung wurde auch bei der Ausarbeitung des neuen Gewässerschutzplans beibehalten: Wie im Falle von Montiggl und Eggental ist die Stilllegung einiger kleinerer Anlagen und der Anschluss an größere Anlagen vorgesehen. So wurde der Betrieb der Kläranlage Eggental Ende 2020 eingestellt; die Abwässer von Deutschnofen und Welschnofen werden über einen neuen Hauptsammler der Kläranlage Bozen zugeführt“, erklärt Robert Faes, geschäftsführender Direktor des Landesamtes für Gewässerschutz. „Größere Anlagen ermöglichen zum einen eine effektivere Behandlung der kommunalen Abwässer und einen größeren Schutz der Oberflächengewässer, zum anderen eine Reduktion der Betriebskosten.“

Im Gewässerschutzplan sind verschiedene Maßnahmen enthalten, die für die Erweiterung oder Sanierung des Kanalisationsnetzes und der Kläranlagen in Südtirol noch nötig sind. „In naher Zukunft ist die Erweiterung von 15 Kläranlagen, der Bau von drei neuen und die Stilllegung von drei weiteren Anlagen – Sulden, Unterinn und Mölten – und der jeweilige Anschluss an größere Kläranlagen geplant“, informiert Faes.

Landesrat Vettorato ergänzt: „Die Abwasserbewirtschaftung in Südtirol weist einen sehr hohen Qualitätsstandard auf: Über 98 Prozent der Abwässer des Landes werden von rund 50 öffentlichen Kläranlagen gereinigt.“ Dazu seien ordentliche und außerordentliche Instandhaltungsarbeiten und die damit verbundenen Investitionen notwendig.

Auch zuhause auf Nachhaltigkeit achten

Um die hohe Qualität in der Abwasserreinigung zu halten, ist auch der Beitrag der Bürgerinnen und Bürger unerlässlich. Feuchttücher, Ohrenstäbchen, Zahnseide, Haare, Pflanzenöl, abgelaufene Medikamente, Biomüll und andere feste oder schädliche Gegenstände dürfen nicht über den Abfluss von Waschbecken und WC entsorgt werden, weil sie somit in das Kanalisationsnetz gelangen und zu Störungen oder zum Betriebsausfall der Kläranlagen führen könnten. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, hat die Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz ein Youtube-Video zur Nachhaltigkeit innerhalb der eigenen vier Wände produziert.

lpa/stol

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