Donnerstag, 27. August 2020

Frankreich weist 19 neue Corona-Risikogebiete aus

Frankreich hat 19 neue Corona-Risikogebiete ausgewiesen. Damit gelten nun 21 Verwaltungsbezirke als „rote Zonen“, wie Premierminister Jean Castex am Donnerstag in Paris mitteilte. Die Einstufung ermöglicht es den Behörden, die Corona-Maßnahmen auszuweiten. Damit reagiert die Regierung auf den starken Anstieg der Infektionszahlen.

In Frankreich steigen die Coronazahlen weiter an
In Frankreich steigen die Coronazahlen weiter an - Foto: © APA/afp / LUDOVIC MARIN
Auch ein Großteil des Mittelmeer-Raums sowie die Verwaltungsbezirke um die Großstädte Bordeaux und Toulouse gehören nun zu den besonders betroffenen Gebieten. Dort übersteigt die Zahl der Neuansteckungen die Schwelle von 50 auf 100.000 Einwohner. Bisher waren nur Paris und das Departement Bouches-du-Rhone um die Hafenstadt Marseille als solche Zonen mit „aktiver Virus-Ausbreitung“ eingestuft.

Die Zahl der Neuinfektionen war in Frankreich zuletzt stark angestiegen. Nach den neuesten Zahlen von Mittwochabend erreichte sie einen neuen Höchststand mit 5429 registrierten Fällen innerhalb von 24 Stunden.

„Wir müssen jetzt einschreiten“, betonte Castex. Zur Eindämmung des Virus kündigte der Regierungschef eine Maskenpflicht in Hochschulen an sowie eine Ausweitung der Maskenpflicht auf das gesamte Pariser Stadtgebiet. Ab kommender Woche ist der Mund-Nasen-Schutz in Frankreich zudem in Unternehmen sowie für die meisten Schüler Pflicht.

Steigende Infektionszahlen in ganz Frankreich

„Das Virus breitet sich im ganzen Land aus“, sagte der Regierungschef. „Die Ausbreitung der Epidemie kann exponentiell sein, wenn wir nicht schnell reagieren.“ Der Reproduktionsfaktor „R“ liege inzwischen bei 1,4. Ziel ist ein Wert von unter 1, weil dann die Zahl der neu Infizierten rechnerisch sinkt.

Landesweite Ausgangssperren sollen vermieden werden. Das sei zu schaffen, wenn alle mitarbeiten würden, sagte Premierminister Castex am Donnerstag. „Je mehr Aktivitäten eingestellt werden, je mehr sich die wirtschaftliche und soziale Krise vertieft, desto dramatischer werden die menschlichen Folgen sein.“

Das Krankenhaussystem sei bereit für eine mögliche neue Welle was Betten, Masken, Medikamente und Beatmungsgeräte betrifft, so Castex. Eine Situation wie im Frühjahr solle jedoch unbedingt verhindert werden. Castex erklärte, dass es am Ende der Ausgangsbeschränkungen Mitte Mai weniger als 1000 neue Corona-Infektionen pro Tag in Frankreich gegeben habe. Jetzt sei man bei mehr als 3000.

„Natürlich sind diese Zahlen mit Vorsicht zu interpretieren, wir testen viel mehr Menschen. Aber diese Zunahme der Tests erklärt nicht alles“, so der Premier. „Die Zahl der Krankenhauseinweisungen beginnt langsam aber sicher zu steigen“, warnte er.

afp/apa/dpa/reuters/stol

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