Sonntag, 13. März 2016

Französische Flugunfallbehörde für strengere Kontrolle von Piloten

Knapp ein Jahr nach der Germanwings-Katastrophe hat sich die französische Flugunfallbehörde BEA für strengere medizinische Kontrollen für Piloten ausgesprochen. Es müsse regelmäßig geprüft werden, ob Piloten insbesondere aus „psychologischen oder psychiatrischen Gründen“ nicht in der Lage seien, ein Flugzeug zu steuern, heißt es in dem Abschlussbericht der Behörde zu dem Absturz der Maschine.

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Die Behörde forderte international klare Regeln, wenn die Gesundheit eines Patienten die öffentliche Sicherheit gefährdet.

Damit sollten Gesundheitsdienstleister aufgefordert werden, die entsprechenden Behörden zu informieren, heißt es im am Sonntag vorgelegten Abschlussbericht. Bisher sei die ärztliche Schweigepflicht von Land zu Land unterschiedlich geregelt.

Zugleich bestätigten die Ermittler erneut, dass der Copilot Andreas Lubitz die Maschine absichtlich zum Absturz brachte. Der Airbus A320 der Lufthansa-Tochter Germanwings war am 24. März 2015 auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen abgestürzt. Alle 150 Menschen an Bord kamen ums Leben, unter ihnen 72 Deutsche.

Bereits in einem Zwischenbericht im vergangenen Mai war die BEA zu dem Ergebnis gekommen, dass Lubitz das Flugzeug absichtlich abstürzen ließ. Den Flugkapitän hatte er zuvor aus dem Cockpit ausgesperrt.

Der 27-Jährige hatte in der Vergangenheit unter schweren Depressionen gelitten und sich in den Tagen vor dem Absturz im Internet über Möglichkeiten eines Suizids informiert (STOL hat berichtet).

Die Katastrophe in den südlichen französischen Alpen hatte international für Entsetzen gesorgt. Am 24. März, dem ersten Jahrestag des Absturzes, wird in der Region erneut der Opfer gedacht.

apa/afp/dpa

stol