Als Rettungskräfte und Carabinieri in der Wohnung in der Via delle Scuole eintrafen, kam für die Frau jede Hilfe zu spät. Sie lag reglos am Boden und wies mehrere tiefe Schnittverletzungen auf. Die Rettungskräfte konnten nur noch ihren Tod feststellen. Es handelt sich um einen weiteren Femizid.<BR /><BR />Der 52-jährige Lebensgefährte des Opfers, der wie die Frau chinesischer Staatsangehörigkeit ist, befand sich noch in der Wohnung und wurde von den Carabinieri auf frischer Tat festgenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen vorsätzlicher Tötung, erschwert durch besondere Grausamkeit. Der Mann wurde in das Gefängnis in Udine gebracht. Er beantwortete die Fragen der Ermittler nicht. Nach bisherigen Erkenntnissen ereignete sich die Attacke am Samstag kurz nach 17 Uhr. Nachbarn hatten Schreie aus der Wohnung des Ehepaares gehört und daraufhin die Rettungskräfte alarmiert. Als die Einsatzkräfte eintrafen, fanden sie den Mann offenbar in alkoholisiertem Zustand vor. Seine Ehefrau lag leblos auf dem Boden.<BR /><BR />Sie wies mehrere Schnittverletzungen am Bauch auf. Auch ein Rettungshubschrauber wurde zum Einsatzort geschickt, doch für die Frau kam jede Hilfe zu spät. Unter der Leitung der Staatsanwaltschaft wurde der Tatort abgesperrt und untersucht. Ein Messer wurde sichergestellt und die Wohnung beschlagnahmt. Die Ermittlungen laufen weiter. Die Behörden versuchen, den genauen Ablauf der Tat zu rekonstruieren und das Motiv zu klären. Die Leiche wurde der Justizbehörde übergeben; eine Obduktion soll weitere Erkenntnisse über die Todesursache und die Umstände des Todes liefern. Nach Angaben von Anwohnern soll es in der Familie bereits früher zu Gewalttätigkeiten gekommen sein. Der Mann, der in San Giovanni al Natisone ein bekanntes Polstereiunternehmen betreibt, soll die Wohnung zwischenzeitlich verlassen haben und nach China zurückgekehrt sein. Nach seiner Rückkehr nach Italien zog er wieder in die gemeinsame Wohnung ein und nahm die Beziehung zu seiner Ehefrau erneut auf.<BR /><BR />„Ich kann ehrlich gesagt nie verstehen, wie es so weit kommen kann. <BR />Die Gemeinde ist über das Geschehene sehr bestürzt und überrascht. <BR />Denn man erwartet einfach nicht, dass so etwas auch in einem Ort mit 6.000 Einwohnern passieren kann“, sagte der Bürgermeister von San Giovanni al Natisone Carlo Pali.