In einem Warteraum des Polyklinikums Umberto I soll seit vier Tagen eine Frau, die ein Schädeltrauma erlitten hat und im Koma liegt, in der Ersten Hilfe auf ihre Einweisung gewartet haben, berichteten die Senatoren Domenico Gramazio (Pdl) und Ignazio Marino (Pd). Damit die Frau nicht von der Trage rutschte, sei sie notdürftig an Armen und Beinen mit Leintüchern „gefesselt“ worden. Die 59-Jährige, die an eine Flebo-Flasche angeschlossen war, habe seit vier Tagen am Eingang zur Notaufnahme gelegen, so Gramazio und Marino, ernährt worden sei die Schwerverletzte in dieser Zeit nicht. Claudio Modini, Direktor der Abteilung Notaufnahme des Polyklinikums, zeigte sich wenig überrascht vom Aufsehen erregenden Fall. „Das passiert häufig. Dass Betten fehlen, ist nichts Neues“, wird Modini von der Nachrichtenagentur Ansa zitiert. Dieses Problem müsse gelöst werden, so Modini.Eine Untersuchung, die in 27 Krankenhäusern der Region Latium durchgeführt wurde, hat ergeben, dass die Einweisung in ein Spital zwischen 24 Stunden und vier Tagen dauern kann. Die Staatsanwaltschaft in Rom ermittelt bereits seit dem 16. Februar gegen alle Erste Hilfe-Abteilungen der römischen Krankenhäuser, nachdem bekannt worden war, dass in der Ersten Hilfe des Spitals San Camillo Patienten auf dem Boden behandelt wurden.stol