Mittwoch, 19. Februar 2020

Frau in Meran brutal niedergeschlagen: „Solche Übergriffe darf es nicht geben!“

Am Montagabend ist es in der Meraner Innenstadt erneut zu einem schweren tätlichen Übergriff gekommen: Opfer ist eine junge Meranerin, die völlig grundlos zusammengeschlagen wurde.

Zwischen der  Redaktion der Tageszeitung „Alto Adige“ und dem „Café Restaurant Promenade“ ereignete sich der tätliche Angriff.
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Zwischen der Redaktion der Tageszeitung „Alto Adige“ und dem „Café Restaurant Promenade“ ereignete sich der tätliche Angriff. - Foto: © ki
Es war um 20.10 Uhr, als die Frau wie fast jeden Tag das Fitness Center der Therme Meran verließ und zu ihrem auf dem Thermenplatz abgestellten Fahrrad wollte. Auf dem Platz wurde sie von einem jungen Mann zuerst auf Italienisch und dann auf Arabisch angesprochen und verbal belästigt.

„Es waren die üblichen Sprüche: Ciao Bella und so weiter. Ich habe ihm gesagt, er soll weiter gehen, aber er ließ sich zuerst nicht abschütteln“, erzählt die 25-jährige Meranerin. Sie habe sich dann auf dem Thermenplatz an einen Bekannten gewandt und so lange mit ihm geredet, bis sich der aufdringliche Mann schließlich doch entfernte.

2 Faustschläge ins Gesicht

Dann stieg die junge Frau auf ihr Fahrrad und radelte über die Theaterbrücke und die Passerpromenade nach Hause. Doch sie kam nicht weit: Schon kurz nach der Brücke unweit der Redaktion der Tageszeitung „Alto Adige“ sprang der vorher abgewiesene Mann aus dem Dunkeln hervor, riss der Frau zuerst ihre Kopfhörer vom Kopf, zerrte sie vom Rad und verpasste ihr 2 Faustschläge mitten ins Gesicht.

Es kam zu einem Handgemenge, das sich bis auf die Höhe des „Café Restaurant Promenade“ hinzog. Die mutige Frau verständigte mit einer Hand den Notruf 112 und hielt mit der anderen den Angreifer fest, obwohl dieser mit einer Hand in einen Müllkübel nach einem festen Gegenstand griff, mit dem er, so schien es, weiter zuschlagen wollte.

Als er die Sirenen einer Streife der Staatspolizei hörte (die Quästur ist knapp 300 Meter entfernt), gelang es ihm, sich loszureißen und zu fliehen. Die Frau folgte ihm ein Stück weit, aber dann wurde ihr schwarz vor Augen. Auch den herbeigeeilten Beamten gelang es nicht mehr, den Aggressor zu stellen.

Indes wurde das blutende Opfer ins Meraner Krankenhaus gebracht. „Ich habe eine große Beule zwischen den Augenbrauen. Aber die körperlichen Verletzungen sind nicht so schlimm“, sagt die 25-jährige Südtirolerin am Tag danach. Nun sei es die Angst, die ihr zu schaffen mache.

„Habe mich in Meran immer sicher gefühlt“

„Ich habe mich in Meran immer so sicher gefühlt. Das kann doch nicht wahr sein, dass einem so etwas mitten in der Stadt und ohne Grund passiert“, zeigt sich die Frau entsetzt.

Nun leide sie unter Panikattacken, traue sich nicht mehr allein in die Stadt und müsse überall hin begleitet werden. „Bei der Arbeit mussten sie mich nach Hause schicken, weil ich am ganzen Körper gezittert habe“, erzählt sie.

Die Meranerin setzt ihre Hoffnungen auf die Polizei und auf Hinweise aus der Bevölkerung. Der Angreifer sei zwischen 20 und 25 Jahre alt und Marokkaner. Dies habe sie an seinem Akzent erkannt, da ihre Eltern selbst aus dem Maghreb stammten, berichtet die Frau.

Der Mann war vollkommen in Schwarz gekleidet und hatte eine schwarze Baseball-Mütze auf. Seine Bomberjacke sei an einem Ärmel eingerissen – eine Folge des Handgemenges – und das weiße Innenfutter trete hervor.

Die Polizei hat indes angekündigt, die Videoüberwachung auf dem Theaterplatz zu überprüfen, über den der Täter gekommen sein muss.

Jasmin Ladurner fordert Maßnahmen

Die SVP-Landtagsabgeordnete Jasmin Ladurner zeigt sich schockiert von dem Übergriff und fordert Maßnahmen, um das Sicherheitsgefühl in der Kurstadt wieder zu stärken: „Es kann nicht sein, dass man sich in einer Stadt wie Meran nicht mehr sicher fühlen kann.“

Ladurner zeigte sich betroffen über diesen erneuten Gewaltakt einer Frau gegenüber: „Solche Übergriffe darf es nicht geben! In einer so lebenswerten Stadt wie Meran ist das verstörend. Die Sicherheitsgefühl, vor allem bei uns Frauen, leidet sehr darunter. Es müssen Maßnahmen ergriffen werden, die das Sicherheitsgefühl wieder stärken. Dazu gehört neben gut beleuchteten Straßen, auch die sichtbare Präsenz von mehr Sicherheitskräften. Gleichzeitig muss die Gerichtsbarkeit ihrer Verantwortung nachkommen und Täter angemessen bestrafen. Es darf nicht das Gefühl entstehen, dass Täter ungeschoren davonkommen, auch wenn sie gefasst werden. Zu guter Letzt müssen weiterhin große Anstrengungen unternommen werden, das allgemeine Phänomen der Gewalt gegen Frauen endlich in den Griff zu bekommen,“ so die Landtagsabgeordnete.

Der Gemeinderat der Süd-Tiroler Freiheit in Meran, Christoph Mitterhofer, ergänzt: „Würde man gleich viel Kontrollen an neuralgischen Punkten in der Innenstadt durchführen wie zurzeit Verkehrskontrollen, dann wäre die Stadt um einiges sicherer.“

ki/liz

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