Freitag, 04. Januar 2019

Frau in Wien aus „Frust” lebensgefährlich verletzt

Offenbar aus „Frust” hat ein 41-jähriger Mann eine 25-jährige Frau in Wien-Margareten mit einer Eisenstange lebensgefährlich verletzt. Sie befindet sich in künstlichem Tiefschlaf. Die Polizei vermutete zunächst Raubabsicht oder eine Beziehungstat. Wie sich herausstellte, war jener Mann, der die Rettung gerufen hatte, auch der mutmaßliche Täter. Er zeigte sich gegenüber der Polizei geständig.

Tatort in Wien Margareten Foto: APA
Tatort in Wien Margareten Foto: APA

Am vergangenen Sonntag gegen 5.20 Uhr ging bei der Wiener Polizei ein Notruf ein. Der Anrufer berichtete, er habe eine Frau schwer verletzt aufgefunden. Noch ehe die Einsatzkräfte am Tatort in der Margaretenstraße ankamen, verließ der Hinweisgeber den Tatort. Später kehrte er aber wieder zurück.

Den Ermittlern erschienen die Angaben des Mannes offensichtlich bald dubios. Als sich auch noch ein Zeuge meldete, der einen Verdächtigen beobachtet hatte, der die Frau vor der Attacke auf einem Fahrrad verfolgte, wurde der 41-Jährige am Mittwoch festgenommen: Die Personenbeschreibung passte auf den polizeibekannten Mann.

Der Beschuldigte habe zunächst alles abgestritten, aber nach mehrstündiger Einvernahme „zu reden begonnen” und schließlich ein Geständnis abgelegt. „Er gab an, dass er seit rund einem Monat mehrere Frauen mit einem Fahrrad verfolgt hatte und sie eigentlich ansprechen wollte. Aus Frust über den Misserfolg dabei verübte er am 30. Dezember 2018 die Tat”, sagte Polizeisprecher Patrick Maierhofer.

Der Verdächtige dürfte Frauen jeweils mehrere Stunden lang beobachtet haben und ihnen auf seinem Rad gefolgt sein. Er habe sich aber „nicht getraut, sie anzusprechen”, so der Sprecher. Auch die 25-Jährige stalkte er rund drei Stunden in Tatortnähe, ehe er sie mit der Eisenstange, die er auf einer Baustelle fand, so übel zurichtete, dass die Ärzte Lebensgefahr diagnostizierten. „Auf die Frau wurde mehrfach eingeschlagen”, so Maierhofer. Sie wurde mit lebensgefährlichen Kopf- und Gesichtsverletzungen, darunter Knochenfrakturen, in ein Krankenhaus gebracht. Wegen der Schwere der Tat ermittelt das Landeskriminalamt Wien (Außenstelle Mitte) nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft nicht wegen schwerer Körperverletzung, sondern wegen versuchten Mordes.

Der am Boden liegenden Schwerstverletzten waren Mobiltelefon und Bankomatkarte gestohlen worden. Die Bankomatkarte soll der Verdächtige kurz nach der Tat in unmittelbarer Nähe seines Wohnorts dreimal zum Bezahlen von Kleinbeträgen in einer Trafik verwendet haben. Das Handy und Kleidung mit Spuren vom Tatort wurden schließlich bei einer Durchsuchung seiner Wohnung sichergestellt.

Die Ermittler prüfen nun, „ob dem Mann weitere Fälle zuzuordnen sind”, sagte Maierhofer. Zum Verdächtigen wurde nur bekanntgegeben, dass es sich um einen österreichischen Staatsbürger mit Wiener Wohnsitz handle. Er ist in Haft. Die attackierte junge Frau stand mit dem Beschuldigten in keinerlei Beziehung, sie war ihm völlig unbekannt, so der Polizeisprecher.

apa

stol