Mittwoch, 12. Februar 2020

Frauen in der Wissenschaft: Preis für Forschungsarbeit ausgeschrieben

Bis zum 28. Februar können wissenschaftliche Arbeiten zur Situation der Frau oder zur Chancengleichheit zwischen Frau und Mann eingereicht werden – mit Schwerpunkt auf Frauen in der Wissenschaft.

Es gehe darum, Wissenschaftlerinnen die gleichen Vorteile angedeihen zu lassen, wie ihren männlichen Kollegen.
Badge Local
Es gehe darum, Wissenschaftlerinnen die gleichen Vorteile angedeihen zu lassen, wie ihren männlichen Kollegen. - Foto: © shutterstock
Der vom Landesbeirat für Chancengleichheit jedes Jahr ausgeschriebene Förderpreis soll ein Ansporn für Studierende sein, sich mit dem Thema der Chancengleichheit zwischen Frau und Mann in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens und mit anderen Geschlechterfragen auseinanderzusetzen. Zeitgleich können förderungswürdige wissenschaftliche Arbeiten auch als Anregung zur Verbesserung der Situation der Frau und der Chancengleichheit dienen. Zugelassen sind Diplomarbeiten, Dissertationen, Forschungsarbeiten und Abschlussarbeiten. Sie sind bis spätestens 28. Februar 2020 beim Frauenbüro in der Dantestraße 11 in Bozen einzureichen.



Anlässlich des Internationalen Tages der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft am 11. Februar hat die Präsidentin des Landesbeirates Ulrike Oberhammer eine stärkere Präsenz von Frauen und Mädchen in Wissenschaft und Forschung gefordert: „Es gilt, den Frauenanteil durch konkrete Maßnahmen gezielt zu fördern und gleichzeitig Geschlechtsstereotypen abzubauen.“ Die vom Landesbeirat für Chancengleichheit gewährten Förderpreise sollen dazu beitragen, Frauen in der Wissenschaft sichtbarer und ihre Studienergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

„Wissenschaftliche und politische Notwendigkeit zugleich“

Oberhammer verwies in diesem Zusammenhang auf die Wissenschaftshistorikerin Margaret Rossiter, die schon vor 25 Jahren an prägnanten Beispielen der Wissenschaftsgeschichte demonstriert habe, wie wissenschaftliche Leistungen von Frauen unsichtbar gemacht werden. Oberhammer ergänzt: „Das Aufzeigen und die Verhinderung dieser durch systematische Verzerrung verursachten Benachteiligung - auch Gender Citation Gap genannt – ist daher wissenschaftliche und politische Notwendigkeit zugleich.“

Das Phänomen sei allerdings nur die Spitze des Eisbergs einer ungleichen Beachtung von Frauen in der Wissenschaft: „Sie ist in Lehrplänen, Handbüchern, der Wissenschaftsberichterstattung in den Medien oder öffentlichen Expertendiskussionen ebenso markant und beruht auf sozialen Mechanismen“, sagte Oberhammer und forderte ein „Nachdenken auf allen Ebenen darüber, wie man die aufgezeigten Verzerrungen zukünftig vermeidet. Schließlich geht es darum, Wissenschaftlerinnen die gleichen Vorteile angedeihen zu lassen, wie ihren männlichen Kollegen.“

lpa