Dienstag, 29. Juni 2021

Frauen versklavt und zur Prostitution gezwungen: 2 Festnahmen

2 Männer aus Rumänien sind wegen Zuhälterei festgenommen worden: Sie hatten 3 junge Frauen seit Monaten täglich quasi ohne Unterlass zur Prostitution gezwungen – auch bei strömendem Regen. Und auch sonst behandelten sie die beiden jungen Opfer auf menschenunwürdigste Weise.

Monatelang wurden 3 junge Frauen aus Rumänien täglich zur Prostitution gezwungen. Jetzt wurden ihre Peiniger festgenommen. - Foto: © shutterstock
Die Details zu den Ermittlungen gaben die Carabinieri von Bozen im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag bekannt:

2 Rumänen im Alter von 20 und 23 Jahren wurden wegen Ausbeutung von Prostituierten festgenommen und ins Gefängnis von Bozen gebracht.

Schon seit April standen die beiden Männer sowie ihre jungen Opfer unter Beobachtung. Die Ermittlungen wurden von der Carabinieri-Station Sarnthein in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Bozen durchgeführt.

Die 3 volljährigen Frauen und ihre Peiniger wurden wochenlang beobachtet und beschattet, auch Nacht-Überwachungskameras kamen zum Einsatz, um das kriminelle Geschehen aufzuzeichnen.

Monatelange Hölle auf Erden


Wie die Carabinieri am Dienstag berichteten, durchlebten die 3 jungen Frauen aus Rumänien buchstäblich die Hölle: Seit ihrer Ankunft in Italien vor einigen Monaten wurden sie von ihren Peinigern täglich zur Prostitution gezwungen, teilweise 8 bis 9 Stunden lang.

Selbst bei strömendem Regen zeigten die beiden Rumänen keine Gnade und zwangen die jungen Frauen auf die Straße zu gehen, während sie selbst im Trockenen blieben und ihre Opfer nicht aus den Augen ließen.

Die Männer behandelten die Frauen auf menschenunwürdigste Weise: Abgesehen davon, dass sie die Frauen stundenlang zur Prostitution zwangen, hielten sie sie 24 Stunden am Tag strengstens unter Kontrolle und wiesen sie stets mit Pfiffen und Rufen zurecht.

Wenn die jungen Frauen nicht auf den Strich gingen, wurden sie von ihren Peinigern in einem aus Planen zusammengeschusterten Zelt ohne jegliche sanitäre Einrichtungen am Hang des Virgls hinter der Staatsstraße untergebracht – ein Gebiet, das zudem äußerst erdrutschgefährdet ist.

Um ihre „Unterkunft“ zu erreichen, mussten die Frauen außerdem die Staatsstraße überqueren, an einer Stelle, an der kein Fußgängerübergang existiert und Autos erfahrungsgemäß mit hoher Geschwindigkeit verkehren.

Mittlerweile wurden die 3 Frauen in geschützte Einrichtungen untergebracht. Dies wurde in Zusammenarbeit mit „Volontarius“ und dessen Projekt „Alba“ bewerkstelligt, das sich verstärkt ausgebeuteten Frauen in Not widmet.

Ebenfalls an der Pressekonferenz teil nahm eine Vertretung der Caritas, die das Projekt „Haus Margaret“ ausgearbeitet hat, das den gebeutelten Frauen Würde, Selbstrespekt und Hoffnung wiedergeben will.

liz