Montag, 02. November 2015

Frauenkompetenzzentrum: Start frei mit zunächst drei Angeboten

Viel wurde geredet und gestritten, gepoltert und gearbeitet rund um die Entwicklung und Umsetzung des Konzeptes frauen.gesundheit pustertal. Ab Anfang November gibt es im Krankenhaus Innichen die ersten Angebote im Bereich der Gynäkologie. Entstehen soll ein Kompetenzzentrum vor allem für Mädchen in der Pubertät, die schwangere Frau und die reife Frau in den Wechseljahren.

Da viele junge Mädchen Angst vor dem Besuch beim Frauenarzt haben, gibt es in Innichen künftig eine Mädchensprechstunde.
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Da viele junge Mädchen Angst vor dem Besuch beim Frauenarzt haben, gibt es in Innichen künftig eine Mädchensprechstunde. - Foto: © shutterstock

„Es ist ein Tag der Freude", begann der Bezirksdirektor Walter Amhof das Pressefrühstück am Montag, bei dem die ersten Angebote und die zwei Gynäkologinnen, die dort arbeiten werden, vorgestellt wurden.

Erst Schließung der Geburtststation, dann Neubeginn

Nach der Schließung der Geburtenabteilung sei diese Idee zu einem neuen Angebot für die Frauen im Hochpustertal entstanden. Nach dem Hebammenambulatorium, das schon seit April schwangere Frauen und Mütter betreue, habe eine Arbeitsgruppe ein Konzept für frauen.gesundheit pustertal erarbeitet, das jetzt schrittweise umgesetzt werden solle, berichtete der Bezirksdirektor.

Zwei Hebammen im Dienst für Innichen

Thomas Lanthaler stellte danach die zwei Fachärztinnen für Gynäkologie vor: Dr.in Ilse Beate Hess arbeitet seit 2000 im Gesundheitsbezirk Bruneck und ist seit langer Zeit in den Sprengeln Pikkolein und Sand in Taufers tätig. Sie arbeitet auch in der Ambulanz im Krankenhaus Bruneck. Sie wird ab November zusätzlich auch im Krankenhaus Innichen arbeiten. 

Dr.in Sandra Ladstätter ist derzeit in Elternzeit und nimmt ihre Arbeit im Jänner 2016 auf. Sie arbeitet seit 2003 an der Gynäkologischen Abteilung im Krankenhaus Bruneck und hat Zusatzausbildungen in Psychosomatischer Grundversorgung sowie in TCM/Akupunktur.

Ein Kompetenzzentrum für Frauen

Die zwei Ärztinnen erklärten, frauen.gesundheit.pustertal solle ein Kompetenzzentrum sein, in dem Frauen unter ganzheitlichen Gesichtspunkten beraten und begleitet werden. „Die Bedürfnisse von Mädchen und Frauen aller Altersgruppen stehen im Mittelpunkt unserer Entscheidungen und Handlungen. Dabei wird das Mädchen in der Pubertät, die schwangere Frau, die reife Frau in den Wechseljahren ebenso berücksichtigt wie die Frau im Senium."

1. First Love Ambulanz: Mädchen die Angst für den Frauenarzt nehmen

Es wurden zunächst drei Spezialsprechstunden eingerichtet.

Zu nennen ist die Mädchensprechstunde - First Love Ambulanz: „Für viele junge Mädchen ist das Heranwachsen zur Frau oft auch mit verwirrenden Momenten verbunden. Natürlich kommen in dieser turbulenten Lebensphase viele Fragen auf. Wir Frauenärztinnen nehmen uns in der Mädchensprechstunde besonders viel Zeit, um in einem vertrauensvollen Gespräch genau auf die Bedürfnisse und Fragen der Mädchen einzugehen. Auch die erste gynäkologische Untersuchung ist bei vielen Mädchen und jungen Frauen häufig mit Angst und Unsicherheit belastet. Ziel  dieser Spezialsprechstunde ist es, den Mädchen die Angst vor dem Frauenarztbesuch und die Scheu vor intimen Fragen zu nehmen und ihnen in der gesamten Phase der Pubertät und des Erwachsenwerdens als kompetente Ansprechpartnerinnen zur Seite zu stehen und se in einem vertrauensvollen Kontakt umfassend beraten."

2. Menopause-Sprechstunde - Frauen 50 plus

Hess beschrieb das Angebot für Menopause-Sprechstunde - Frauen 50 plus: „Die Menopause kann für Frauen eine krisenbelastete Zeit sein, eine einfache gynäkologische Visite ist hier oft zu wenig. Wichtig ist es den Raum und die Zeit zu haben, bei der Frau nachzufragen, wie sie mit dieser Lebensphase zurechtkommt. Bei Beschwerden kann nach einem ausführlichen Gespräch aus dem Behandlungsspektrum ausgewählt werden, neben der Schulmedizin, kann dies TCM sein.

3. Traditionelle Chinesische Medizin

Das dritte Spezialangebot ist die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin): Sie besteht aus Akupunktur, Kräuterheilkunde, Ernährungsberatung und Anleitung zur Bewegungstherapie. Großer Wert wird dabei auf die fächerübergreifende Zusammenarbeit gelegt."

Primar Bruno Engl betonte, es sei jetzt wichtig Kontinuität zu garantieren und die Vorteile des kleinen Hauses zu nutzen um Ängste abzubauen und Vertrauen aufzubauen.

stol

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