Mittwoch, 23. August 2017

Frauenleiche ist vermisste Journalistin Kim Wall

Bei der an der Küste vor Kopenhagen gefundenen Frauenleiche handelt es sich um die vermisste schwedische Journalistin Kim Wall.

Kim Wall ist tot.
Kim Wall ist tot. - Foto: © APA/AFP

Für die Polizei in Kopenhagen handelt es sich bei dem angespülten Frauen-Torso eindeutig um die Leiche der Journalistin Kim Wall. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch sagte Polizeisprecher Jens Møller Jensen, mit Hilfe einer Zahn- und einer Haarbürste habe man einen DNA-Abgleich machen können. Zudem habe man Blut der Schwedin im U-Boot gefunden.

Obduktion äußerst schwierig

Zur Todesursache könne man noch keine Angaben machen, sagte der Sprecher weiter, weil die Obduktion wegen der abgetrennten Gliedmaßen äußerst schwierig sei. Die Rechtsmediziner hätten aber festgestellt, dass ursprünglich etwas Metallisches am Körper von Kim Wall befestigt gewesen sei, das ihn vermutlich am Meeresboden hätte halten sollen.

Familie tief bestürzt

Die Familie der Journalistin reagierte mit Bestürzung auf den Tod Kims. Ihre Mutter Ingrid Wall schrieb am Mittwoch auf Facebook: „Mit grenzenloser Traurigkeit und Bestürzung erhielten wir die Nachricht, dass Überreste unserer Tochter und Schwester Kim Wall gefunden wurden. Das Ausmaß der Katastrophe können wir noch nicht ermessen, und viele Fragen müssen noch beantwortet werden.“

U-Boot-Eigner in U-Haft

Der U-Boot-Eigner Peter Madsen, der wegen Verdacht auf fahrlässigen Tötung in Untersuchungshaft sitzt, sei noch nicht zu den neusten Ermittlungsergebnissen befragt worden.

Die 30-Jährige war das letzte Mal gesehen worden, als sie am 10. August an Bord eines U-Bootes des dänischen Ingenieurs Peter Madsen ging. Sie wollte eine Reportage über den U-Boot- und Raketenbauer schreiben. Als sie sich in der Nacht nicht zurückmeldete, nahm die Familie Kontakt zu der Seerettung auf.

Doch die Frau blieb verschwunden. (STOL hat berichtet)

Madsen verstrickte sich in Lügen

Madsen hatte zunächst ausgesagt, er habe die Journalistin nach ihrem Besuch wieder an Land abgesetzt, wenig später habe er technische Probleme mit seinem U-Boot bekommen. Es sank, und Madsen wurde gerettet.

Doch die Polizei wurde misstrauisch und nahm den Erfinder fest. Später änderte er seine Aussage und räumte ein, die Journalistin sei bei einem Unglück an Bord zu Tode gekommen. Über die näheren Umstände wurde nichts bekannt. Anschließend habe er ihre Leiche in der Köge Bucht ins Wasser gelassen. Die Polizei hatte daraufhin eine große Suchaktion gestartet.

Zerstückelte Frauenleiche gefunden

Am Montag fand schließlich ein Radfahrer einen Torso am südlichen Ufer der Kopenhagen vorgelagerten Insel Amager. Kopf, Arme und Beine fehlten, sie waren abgetrennt worden, wie Polizeisprecher Jens Möller Jensen am Dienstag sagte.

Weitere Leichenteile wurden zunächst nicht gefunden.

dpa/apa

stol