Sonntag, 08. September 2019

Frauenmord erschüttert Italien

Was schon länger vermutet worden war, ist seit Samstag traurige Gewissheit. Die seit 2 Wochen nahe Piacenza vermisste 28- jährige Elisa Pomarelli ist am Samstag ermordet im Wald aufgefunden worden. Ihr 45-jähriger Kollege Massimo Sebastiani, der seit dem Verschwinden der Frau ebenfalls unauffindbar war, konnte einen Tag vor dem Leichenfund festgenommen und verhört werden.

Elisa Pomarelli und Massimo Sebastiani: Er wollte eine Beziehung, war verrückt nach ihr. Sie hingegen empfand nur Freundschaft für den um 17 Jahre älteren Mann. - Foto: Ansa
Elisa Pomarelli und Massimo Sebastiani: Er wollte eine Beziehung, war verrückt nach ihr. Sie hingegen empfand nur Freundschaft für den um 17 Jahre älteren Mann. - Foto: Ansa

Elisa Pomarelli und Massimo Sebastiani waren seit längerer Zeit befreundet, hatten sich bei der Arbeit kennengelernt. Er war wahnsinnig vor Liebe zu ihr, sie hingegen wollte von einer fixen Beziehung nichts wissen, sprach vor ihrer Familie und Kollegen immer nur von einer Freundschaft zu dem um 17 Jahre älteren Mann. Des Öfteren unternahmen die beiden etwas gemeinsam, so auch am letzten Sonntag im August. Seit einem gemeinsamen Mittagessen fehlte von beiden jede Spur.

Die Familienangehörigen Pomarellis alarmierten schließlich die Carabinieri, nachdem die Frau unerreichbar und unauffindbar blieb. Schnell galt Sebastiani als tatverdächtig. In der Folge suchten Rettungskräfte und Carabinieri fieberhaft sowohl nach der jungen Frau, als auch nach dem Mann.

Sebastiani gesteht Mord

Am vergangenen Freitag schließlich gelang es den Ermittlern Sebastiani festzunehmen, nachdem dieser wochenlang durch die Wälder des Appenin gestreift war, sich dort versteckt hielt und bei verschiedenen Bauern Unterschlupf gefunden hatte. Nach einem 2-stündigen Verhör knickte der mordverdächtige Mann ein und gestand den Mord an seiner „Freundin“. Er gab zu, die junge Frau an jenem letzten Sonntag im August zu Tode stranguliert zu haben, nachdem sie zusammen in dem Lokal „La tana del lupo“ inmitten der Gutturnio-Weinberge auf den Hügeln von Piacenza gegessen hatten.

Am Tag darauf begleitete er die Carabinieri auf eben jenen Hügel, um ihnen den genauen Ort zu zeigen, an dem er die Leiche begraben hatte. In einem Eichen - und Hainbuchenwald hinter dem Haus von Silvio Perazzi, dem Vater seiner Ex-Freundin, an der Costa di Sariano in der Gemeinde Gropparello schließlich fand man die sterblichen Überreste Pomarellis.

Hier ein Video von blastingnews.

Suche nach möglichen Komplizen

In den kommenden Tagen konzentrieren sich die Ermittlungen auf die Dynamik des Mordes. „Sebastiani habe die genauen Gründe der Tat noch nicht erklärt“, ließ die Staatsanwaltschaft verlauten. Die Ermittler versuchen nun auch herauszufinden, ob jemand dem Mörder bei seiner Flucht durch die Wälder dieses eher abgelegenen Gebiets des Appennins geholfen hat.

Frauenmord auch am Gardasee

Wie berichtet ist in der Nacht auf vergangenen Donnerstag auch am Gardasee eine Frau ermordet worden. Der leblose Körper der 43-jährigen Eleonora Perraro wurde auf einer Rasenfläche unweit des Lokals „Sesto Grado“ entdeckt. Ihr Lebenspartner Marco Manfrini, der mit ihr dort die Nacht verbracht haben soll, steht unter dringendem Tatverdacht und sitzt derzeit im Gefängnis. Am Montag soll er dem Haftrichter vorgeführt werden.

stol/vs

stol