<b>Von Christoph Höllrigl</b><BR /><BR />Das mit der „Selbstbedienung“ an Tankstellen nehmen arglistige Fahrzeuglenker vermehrt allzu wörtlich. Will hei<?TrVer> ßen: Nach dem Tankvorgang schnell abhauen, ohne zu zahlen. „Das Phänomen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen“, sagt etwa Walter Soppera, Präsident der Tankstellenpächter: „Waren es früher Einzelfälle, kommt so etwas bei Tankstellen teilweise jede zweite Woche oder jede Woche einmal vor.“ Und das alles trotz Kameraüberwachung, die es praktisch überall gibt. Diese Zunahme bestätigt auch die Präsidentin der Freien Tankstellen, Petra Laimer: „Ja, leider, es werden immer mehr Fälle – es ist quasi an der Tagesordnung.“<BR /><BR /><h3> Wo und nach welcher Logik Tankdiebe meist vorgehen</h3>Laut Soppera werde dort am meisten Benzinklau betrieben, wo besonders viel los ist, „also etwa auf der MeBo und in der Stadt“. Die Logik dahinter: Im Trubel geht es schnell unter, dass jemand ohne zu bezahlen davonfährt. Im dörflichen Umfeld und bei kleineren Tankstellen sei ein solches Vorhaben hingegen schwieriger umzusetzen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1246650_image" /></div> <BR />Aber durch Kameraüberwachung sind doch Nachverfolgung und entsprechende Konsequenzen garantiert, möchte man meinen. Walter Soppera gibt aber zu bedenken: „Die Frage ist immer, ob sich der ganze Aufwand lohnt.“ Denn eine Anzeige koste einige Stunden Zeit und Nerven. Genau das wüssten auch die Übeltäter. „Sie tanken oft nur kleinere Beträge – wohl deshalb, damit man auf die Anzeige oder das Nachlaufen verzichtet“, erklärt Laimer.<BR /><BR />Dabei riskieren sie einiges: Der Treibstoffklau fällt gemäß italienischem Strafgesetzbuch unter „Diebstahl“ (Art. 624 bzw. Art. 625 StGB) und kann mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu drei Jahren und einer Geldstrafe von 154 bis 516 Euro geahndet werden. Laimer appelliert jedenfalls an die Tankstellenpächter, die Fälle konsequent anzuzeigen, um Kante zu zeigen und weitere potenzielle Täter abzuschrecken.<h3> Nicht immer nur mit Vorsatz am Werk</h3>„Hinter einem Teil der Fälle steckt aber keine böse Absicht“, relativiert die Präsidentin der Freien Tankstellen. Manche Nichtzahler seien einfach nur im Stress bzw. am Handy abgelenkt, „und schon ist es passiert“, so Laimer. Das sei teilweise auch den verschiedenen Zahlungsmodalitäten geschuldet, die zusätzlich für Verwirrung sorgen können. „Jene, die schlichtweg vergessen zu zahlen, kommen aber meist schnell wieder zurück“, sagt dazu Walter Soppera.