Wie die Tageszeitung <i>Alto Adige</i> berichtet, steht das Freibad von Salurn ab dem kommenden Montag einmal pro Woche exklusiv dem Verein „Armonia“ und den muslimischen Frauen der Umgebung zur Verfügung. <BR /><BR />Jeweils montags von 18.30 bis 19.30 Uhr – direkt im Anschluss an den regulären Badedienst – können die Teilnehmerinnen im Lido ungestört schwimmen.<h3> Tragen des Burkinis ausdrücklich gestattet</h3>Dabei ist das Tragen von Burkinis ausdrücklich gestattet. Bei dieser traditionellen Ganzkörper-Badebekleidung sind lediglich Gesicht, Hände und Füße unbedeckt; das Outfit besteht üblicherweise aus Hose, langärmliger Tunika und einer integrierten Kapuze.<BR /><BR />Hinter der Initiative steht Freibad-Pächter Luca Lechthaler aus dem Trentino, der für dieses Projekt eine eigene Vereinbarung unterzeichnet hat. Für ihn handelt es sich um eine gezielte Maßnahme zur Förderung der Inklusion sowie um die Erfüllung seines Auftrags als Betreiber einer öffentlichen Infrastruktur.<BR /><BR />„Montagabend habe ich die muslimischen Frauen, an einem anderen Tag in der Woche beherberge ich auf den Liegewiesen die Damen, die Yoga machen, und genauso habe ich das Beachvolleyball-Feld der Jugendfeuerwehr überlassen. Ich halte es für einen Betreiber einer öffentlichen Einrichtung für notwendig – ja sogar grundlegend –, mit den örtlichen Vereinen zusammenzuarbeiten“, erklärt Lechthaler.<h3> Zusatzangebot außerhalb der Regellaufzeiten</h3>Die Zusatzstunde bringt für den Betreiber organisatorischen Mehraufwand mit sich: Ein Rettungsschwimmer wird für die Extra-Stunde entlohnt, und die Umkleidekabinen sind während dieser Zeit ausschließlich den Frauen des anfragenden Vereins vorbehalten. Die Teilnehmerinnen bezahlen den Reguläreintritt für die Nutzung des Pools. Lechthaler betonte zudem, dass seine Türen auch für andere Vereine offenstehen: Da nach 18:30 Uhr der reguläre Badebetrieb beendet sei, handle es sich um reine Zusatzangebote.<h3> Verein lobt Initiative – Bürgermeister lässt freie Hand</h3>Der lokale Verein „Armonia“ zeigte sich erfreut über das neue Angebot. In einem Social-Media-Beitrag auf Facebook bedankte sich die Vereinigung beim Lido Salurn und bezeichnete das Exklusiv-Zeitfenster als eine Gelegenheit, Sport, Wohlbefinden und Inklusion unter Berücksichtigung individueller Bedürfnisse zu verbinden.<BR /><BR />Salurns Bürgermeister Roland Lazzeri hatte erst über die Berichterstattung der Tageszeitung <i>Alto Adige</i> von dem Projekt erfahren. Einwände erhebt das Gemeindeoberhaupt jedoch keine: Der Pächter habe in dieser Hinsicht absolut freie Hand und könne eigenverantwortlich entscheiden. Es handle sich zweifellos um einen Schritt, um alle Mitbürgerinnen der Gemeinde einzubinden – insbesondere jene, die das Schwimmbad zu den regulären Öffnungszeiten nicht nutzen.