2 neue Tunnels durch den Virgl, die Unterführung bei der Rom-/Grandistraße, die Tiefgarage am Siegesplatz, die Eingriffe in der Gewerbezone: Bozen erwartet eine Flut an Baustellen, die die Mobilität stark beeinträchtigen werden. Hinzu kommt eine Langzeitbaustelle am Brennersee, die die A22 lahmlegen könnte. Stadtrat Stefano Fattor schlägt Alarm.<BR /><BR />Bereits heute gibt es in der Stadt – abgesehen von der Riesenbaustelle WaltherPark – zahlreiche kleinere Eingriffe, die den Verkehrsfluss behindern. Von 2023 bis etwa 2026 wird es noch schlimmer, weiß Mobilitätsstadtrat Stefano Fattor. 3 technische Tische beschäftigen sich bereits jetzt damit, wie die Baustellen koordiniert und der Einfluss auf den Verkehr minimiert werden kann. <h3> Zufahrtskontrolle soll es richten</h3>Ganz wesentlich dafür, dass die Stadt nicht immer wieder im Verkehrschaos versinkt, wird eine Zufahrtskontrolle sein – das steht für Fattor bereits jetzt fest. Auch wenn es jedes Mal Proteste hagelt, wenn davon die Rede ist, Pendler oder Touristen in der Peripherie abzufangen, wird daran kein Weg vorbeiführen. „Wir stehen im Austausch mit der Landesverwaltung und innerhalb des heurigen Jahres möchte ich einen Entwurf für eine neue Zufahrtsregelung ausgearbeitet haben“, sagt Fattor. <BR /><BR />Die innerstädtischen Baustellen und die Tatsache, dass 2023 eine Baustelle am Brennersee entsteht, die sich bis nach Bozen auswirken wird, veranlassen Fattor zu einem schnellen Handeln. „Wenn der Verkehr am Brennersee 2 Jahre lang nur mehr einspurig an der Baustelle vorbeigeleitet wird, wird es Staus geben und Staus bedeuten, dass der Verkehr auf die Staatsstraße ausweicht. Bozen hat immer noch keine Umfahrung“, warnt Fattor vor Chaos. <BR /><BR />„Die Stadt muss sich eine Verteidigungsstrategie zulegen“, sagt Fattor, ansonsten werde sie von einem „Tsunami“ überrollt. An dieser Strategie werde derzeit an einem technischen Tisch gearbeitet. <h3> Diskussion ums Parkpickerl</h3>Weiters entwickelt Fattor derzeit den neuen Verkehrsplan, der die Mobilität für die nächsten Jahre regelt. Nächste Woche sollen die Ergebnisse jener Experten eintreffen, die sich mit einer neuen Verkehrslösung für Bozen-Süd beschäftigt haben.<BR /><BR />Im Rahmen der Überarbeitung des Verkehrsplans will Stadtrat Fattor auch die Parkpickerl digitalisieren lassen. Sprich die Berechtigung, in den farbigen Zonen zu parken, wird digital registriert und an die Kenntafel sowie den Besitzer gekoppelt. Ein Weitergeben des „Pickerls“ ist so nicht mehr möglich. <BR /><BR />Für Diskussionen sorgt die große, gelbe Parkzone Gries. Fattor will diese verkleinern. Protest dagegen erhebt Ex-Stadtrat Roland Atz, der die farbigen Zonen eingeführt hat. „Es gibt ja einen Grund, warum Gries als Zone so groß ist“, sagt Atz. Das habe auch damit zu tun, dass die Hanglagen dazu gehören, die ja in Gries zuständig sind. „Ich fürchte um das kulturelle Leben in Gries, wenn die Zone verkleinert wird“, sagt Atz. Auch sei das Problem nicht das Karton-Parkpickerl, sondern die fehlende Kontrolle von Seiten der Gemeinde, wenn Missbrauch betrieben würde.<BR />