Mittwoch, 29. November 2017

Freiheit unter Polizeiaufsicht für Riinas Sohn widerrufen

Ein Gericht in Padua hat beschlossen, dem Sohn des vor zehn Tagen gestorbenen Mafia-Bosses Salvatore „Toto“ Riina, Giuseppe Riina, die Freiheit unter Polizeiaufsicht zu widerrufen.

Der Sohn des verstorbenen Salvatore Riina (im Bild) wird nicht freigelassen.
Der Sohn des verstorbenen Salvatore Riina (im Bild) wird nicht freigelassen. - Foto: © LaPresse

Der Beschluss wurde gefasst, nachdem Medien über Kontakte zwischen Riina Junior und einigen polizeibekannten Drogendealern berichtet hatten.

Der 40-jährige Giuseppe Riina wird nicht mehr wie bisher für eine Wohltätigkeitsorganisation arbeiten können, hieß es in italienischen Medien. Wegen Mafia-Zugehörigkeit war er zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Sein Vater Toto Riina wurde wegen Dutzenden von Morden lebenslänglich verurteilt. Er stand jahrzehntelang an der Spitze der Cosa Nostra.

Die Umsiedlung Riinas nach Padua im Jahr 2011 hatte heftigen Protest der rechtspopulistischen Partei Lega Nord ausgelöst. Sie befürchtete, die Verlegung gefährlicher Spitzenvertreter des organisierten Verbrechens könne zur Ausbreitung der Mafia im Norden beitragen.

Über die Inhaftierung von Mafia-Bossen im Norden Italiens wird seit Jahren heftig gestritten. 1995 hatten die Bürger in einer Volksabstimmung für die Abschaffung des Zwangsaufenthalts von Mafiosi in Gemeinden des Nordens gestimmt. Diese Maßnahme, mit der die Behörden prominente Mafia-Mitglieder von ihren Heimatregionen fernhalten wollten, hat laut mehreren Staatsanwälten die Ausbreitung des organisierten Verbrechens auf andere Gebiete des Landes begünstigt.

apa

stol