Mittwoch, 30. Oktober 2019

Freilassung des Sohns von „El Chapo“: Mexikos Regierung zeigt Video

Nach Kritik an der gescheiterten Festnahme eines Sohns des früheren Drogenbosses Joaquin „El Chapo“ Guzman hat die mexikanische Regierung Videos der Ereignisse veröffentlicht. Eines davon zeigt, wie der Sohn, Ovidio Guzman, sich am 18. Oktober in der Garage seines Wohnhauses in der Stadt Culiacan den Soldaten stellt.

Die Festnahme eines Sohns des früheren Drogenbosses Joaquin „El Chapo“ Guzman, Ovidio Guzman, ist spektakulär missglückt.
Die Festnahme eines Sohns des früheren Drogenbosses Joaquin „El Chapo“ Guzman, Ovidio Guzman, ist spektakulär missglückt. - Foto: © APA/afp / HO

Auf deren Aufforderung hin ruft er einen Angehörigen des früher von seinem Vater geführten Sinaloa-Drogenkartells an – nach Angaben der Regierung handelt es sich um seinen Bruder Archivaldo Guzman.
Ovidio Guzman sagt am Telefon, die Gangster sollen ihre gewalttätige Reaktion auf seine Festnahme abbrechen: „Blast das Ganze ab. Ich habe mich ergeben.“ Das habe der Bruder abgelehnt, erklärte Mexikos Verteidigungsminister Luis Cresencio Sandoval bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Staatspräsidenten Andres Manuel Lopez Obrador am Mittwoch in Mexiko-Stadt. Archivaldo Guzman habe stattdessen Drohungen gegen die Soldaten und deren Familien ausgesprochen. Acht Minuten später habe es die erste Meldung verletzter Soldaten gegeben.

Die Gewalt der Kriminellen habe den Abbruch des Einsatzes nötig gemacht, sagte Sandoval. Ovidio Guzman wurde freigelassen, was zu heftiger Kritik an der Regierung führte. Das Wichtigste sei, die Leben Unschuldiger zu schützen, erklärte Lopez Obrador. „Wir waren informiert, dass sie bereit waren, auf Zivilisten zu schießen.“

Das Kartell hatte die Hauptstadt des nordwestlichen Bundesstaates insgesamt etwa sechs Stunden lang in Atem gehalten. Die schwerbewaffneten Gangster griffen Soldaten an, nahmen elf von ihnen als Geiseln und drangen in Wohnungen von deren Familienangehörigen ein. Sie blockierten Straßen und befreiten 55 Insassen einer Haftanstalt. Der Regierung zufolge gab es acht Tote und 19 Verletzte.

Ovidio Guzman alias „El Ratón“ (Die Maus) wird wegen Handels mit den Drogen Crystal Meth und Fentanyl in den USA gesucht. „El Chapo“ Guzman wurde im Juli in New York zu lebenslanger Haft verurteilt, nachdem er in Mexiko gefasst und ausgeliefert worden war.

apa/dpa