Ende April 2022 wurde in Südtirol das flächendeckende Nightlinernetz eingeführt, seither ist die Anzahl der entwerteten Fahrkarten deutlich gestiegen: von rund 37.000 im Jahr 2022 auf rund 52.000 im Jahr 2024 – ein Plus von fast 40 Prozent. <BR /><BR />Die wachsenden Entwertungen verdeutlichen die zunehmende Nachfrage nach dem Dienst. Gleichzeitig verkehren die Nachtbusse auf den 19 Hauptlinien bisher nur samstags – freitags stehen diese Linien still. Warum wird das Angebot an den Hauptlinien also nicht auch auf Freitag ausgeweitet? Und könnte sich daran in den kommenden Jahren etwas ändern?<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-72242824_quote" /><h3>Beschlussantrag der Grünen abgelehnt</h3>„Vor 18 Jahren, als 2007 der erste Nightliner in Südtirol seine Fahrt aufnahm, ging man samstags noch zur Schule. Das Nachtleben spielte sich daher zunächst am Samstag ab, das Nightliner-Angebot war entsprechend nur an jenem Tag vorgesehen“, erklärt Grüne-Landtagsabgeordnete Madeleine Rohrer. Die Grüne Fraktion hat jüngst einen Beschlussantrag eingereicht, um die Nightliner-Fahrten auch auf auf Freitag auszuweiten – bisher ohne Erfolg. <h3> Ausweitung wäre „technisch möglich“</h3>Mittlerweile hat sich an Südtirols Schulen die Fünftagewoche etabliert und die Jugendlichen tummeln sich nicht mehr nur samstags in Diskotheken und Tanzlokalen. Warum also verkehren die Nightliner weiterhin nur samstags auf den Hauptlinien? <BR /><BR />„Derzeit funktioniert das Nightliner-Angebot in Südtirol gut – im Schnitt haben wir rund 16 Fahrgäste an Bord“, erklärt der Direktor des Amts für Personenverkehr, Mirko Waldner. Laut dem Amtsdirektor wäre eine Erweiterung der Nightliner-Fahrten auf Freitag „technisch zwar möglich, aber aktuell weder im Landesmobilitätsplan noch in den bestehenden Dienstverträgen vorgesehen.“ Der Aufwand einer solchen Ausweitung wäre laut Waldner überdies beträchtlich.<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-72242820_quote" /><BR /><BR /><BR />„Ich bezweifle, dass sich eine Ausweitung auf Freitag für den öffentlichen Nahverkehr insgesamt rechnen würde.“ Grund dafür sei der Mehraufwand, der durch die zusätzlichen Nightlinerfahrten entstehen würde – in Bezug auf Kosten und Personal.<h3> Finanzieller und personeller Mehraufwand</h3>Besonders der Mangel an Busfahrern spiele hier eine wesentliche Rolle. Zusätzliche Nightliner-Fahrten erfordern mehr Personal: „Ein Busfahrer, der nachts im Einsatz ist, steht am folgenden Tag nicht zur Verfügung. Außerdem ist auf Nachtbussen zusätzlich Sicherheitspersonal vorgeschrieben“, erklärt Waldner.<BR /><BR />Für den Nachtbusbetrieb fallen dadurch höhere Kosten an als für den Betrieb eines normalen Linienbusses tagsüber: „Mehr Personal führt zu höheren Kosten. Außerdem wird Nachtarbeit generell höher vergütet. All dies macht einen Kilometer, den ein Nightliner zurücklegt deutlich kostenintensiver als jenen eines normalen Linienbusses tagsüber.“<h3> „Eine sehr aufwändige und komplexe Angelegenheit“</h3>Aufgrund der höheren Kosten, die zusätzliche Nightliner-Fahrten verursachen würden, müssten im Falle einer Erweiterung des Betriebs nahezu alle Busdienstverträge im öffentlichen Nahverkehr angepasst werden – „insgesamt also eine sehr aufwändige und komplexe Angelegenheit“, fasst Waldner zusammen.<h3> Neuer Beschlussantrag in Planung</h3>Ob es trotzdem zu einer Erweiterung kommen wird, bleibt abzuwarten: „Aktuell planen wir, einen neuen Beschlussantrag zur Ausweitung des Nightliner-Angebots einzureichen“, schickt Landtagsabgeordnete Rohrer voraus. Die Ausweitung auf Freitag solle demnach zunächst auf die meistgenutzten Nachtlinien begrenzt werden – „eine Art Pilotprojekt quasi.“