Er hat die dramatischen Ereignisse live über Funk mitbekommen: „Die Anspannung war enorm.“<BR /><BR />Einschusslöcher in den Fahrzeugen und Freiwillige (!) Feuerwehrmänner, die sich plötzlich im Kugelhagel wieder finden: Südtirol fragt sich, wie so etwas möglich ist. „Da gehören wir auch nicht hin, ganz klar“, betont Gapp. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1063179_image" /></div> <BR /><BR />„Wir sind für solche Einsätze weder ausgerüstet, noch ausgebildet und schon gar nicht zuständig.“ Konsequenzen wird es dennoch wohl keine geben: „Das ist ein absolut einzigartiger Einzelfall gewesen, so etwas hat es vorher nie gegeben und ich denke, es wird auch nicht wieder vorkommen“, sagt er. <h3> Schüsse kamen vollkommen unerwartet</h3>Denn erstens sind massive Angriffe auf Einsatzkräfte „in Südtirol nicht üblich“, weiß der Präsident. Und zweitens kamen die Schüsse in diesem Fall auch vollkommen unerwartet. Bekanntlich waren die Feuerwehrmänner wegen eines vermeintlichen Gasgeruches gerufen worden.<BR /><BR />„Gas ist keines ausgetreten, der Anrufer könnte das mit dem Geruch durch die abgefeuerten Schüsse verwechselt haben. Diese sollen sich auch angehört haben wie kleine Explosionen etwa durch Gas. Man kann den Irrtum dem Anrufer auch nicht übel nehmen“, beteuert Gapp. <BR /><BR />Beim kleinsten Hinweis auf einen Amokläufer oder eine andere gefährliche Situation, für die „seine“ Leute nicht gerüstet und nicht vorgesehen sind, hätte der Einsatz gar nicht oder ganz anders stattgefunden. <BR /><BR />„Man hätte dann auf jeden Fall auf Polizei/Carabinieri gewartet, bevor man direkt an den Einsatzort gefahren wäre. Je nach Gefahrenlage hätte man vielleicht auch das Gasmessgerät den Sicherheitskräften übergeben, ohne eigene Leute in die Gefahrenzone zu schicken. Wir haben keine Schutzwesten oder ähnliches, die Fahrzeuge haben kein Sicherheitsglas, wir haben auch keine psychologische Ausbildung, um eventuell deeskalierend mit solchen Personen zu reden.“ Doch „einen solchen Hinweis hat es nicht gegeben“, so Gapp. <BR /><BR />Wäre etwas passiert, „dann würde natürlich für die betreffenden Einsatzkräfte die Versicherung greifen wie bei jedem anderen Einsatz auch. Sie sind schließlich offiziell alarmiert und angefordert worden“, stellt Gapp klar. <h3> Riesen Erleichterung als alle in Sicherheit waren</h3>„Neben dem Mitgefühl und dem Entsetzen über die Opfer dieser Bluttat bin ich andererseits erleichtert, dass unseren Leuten nichts passiert ist. Ich habe das in der Nacht über Funk live verfolgt. Als endlich die Meldung kam, dass alle Männer in Sicherheit sind, war dies wie eine Erlösung“, so Gapp. <BR /><BR />Denn wenn der Einsatz rechtlich auch in Ordnung war und keiner in der Alarmierungskette sich Vorwürfe machen müsse, weil eine solche Situation nicht vorhersehbar war: „Moralisch wäre es äußerst schwierig gewesen, eventuellen Angehörigen von in diesem Einsatz verletzten oder gar getöteten Kameraden zu erklären, wie das passieren konnte“, sagt Gapp. <BR /><BR />Der Einsatz, das weiß er, war auch psychologisch für seine Leute nicht einfach. „Eventuell steht psychologische Hilfe zur Verfügung“, betont er.