Mittwoch, 12. Dezember 2018

Freundin stirbt an Überdosis: Arzt angeklagt

Statt sofort Hilfe zu holen, soll ein damals im Bozner Krankenhaus praktizierender Arzt einen Bekannten in die Apotheke geschickt haben, um ein Medikament für seine leblose Lebensgefährtin zu besorgen – eine Arznei, die laut Anklage für die Reanimation völlig wirkungslos sei. Die Frau starb - und der Mann muss sich vor Gericht verantworten.

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Foto: © LPA

Der Fall ereignete sich bereits im Jänner 2014: Die Lebensgefährtin eines aus den Marken stammenden Arztes hatte laut Anklage nach der Einnahme von Kokain das Bewusstsein verloren. Anstatt sofort den Notruf abzusetzen, schickte der Arzt einen Bekannten los, um Medikamente zu holen - Medikamente, die zur Wiederbelebung völlig ungeeignet waren.

Erst als er bemerkte, dass seine Bemühungen ergebnislos waren, habe der Arzt Alarm geschlagen. Die Frau wurde ins Spital gebracht, wo die Ärzte ihr Leben aber nicht mehr retten  konnten.

Auf unterlassene Hilfeleistung (Art. 593  StGB) stehen Haftstrafen bis zu einem Jahr, im Fall von erschwerenden Umständen – was die Staatsanwaltschaft dem Arzt infolge des  Todesfalles anlastet – wird das verhängte Strafmaß verdoppelt.

stol/rc

stol