Freitag, 06. Mai 2016

Friaul gedenkt des Erdbebens und der vielen Toten vor 40 Jahren

Friaul Julisch Venetien gedenkt am Freitag des verheerenden Erdbebens vor 40 Jahren, bei dem rund 1.000 Menschen starben und Zehntausende obdachlos wurden.

Das Erdbeben vor 40 Jahren richtete unfassbaren Schaden an. rund 1000 Menschen verloren dabei ihr Leben.
Das Erdbeben vor 40 Jahren richtete unfassbaren Schaden an. rund 1000 Menschen verloren dabei ihr Leben. - Foto: © D

Am Freitag reist Italiens Staatschef Sergio Mattarella nach Udine zu einer Gedenkzeremonie. Er wird unter anderem die Ortschaft Gemona, Epizentrum des Erdbebens, besuchen.

Mattarella wird auch den antiken Dom von Venzone besichtigen, der Stein für Stein nach dem Erdbeben wieder aufgebaut wurde. Begleitet wird der italienische Präsident von Giuseppe Zamberletti, dem damaligen von der Regierung beauftragten Sonderkommissar, der die Hilfsaktionen nach dem Erdbeben koordinierte.

Die Gedenkfeiern begannen bereits am Donnerstagnachmittag. Der Erzbischof von Udine, Andrea Bruno Mazzocato, zelebrierte in dem ebenfalls nach dem Erdbeben wiederaufgebauten Dom von Gemona eine Gedenkmesse mit 20 Bischöfen in Vertretung von 80 Diözesen, die nach dem Erdbeben die betroffenen friaulischen Gemeinden unterstützten. An der Messe beteiligte sich auch die Präsidentin von Friaul Julisch Venetien, Debora Serracchiani.

Gedenkveranstaltungen bis September

Mehr als hundert Veranstaltungen sind bis September in Erinnerung an das Erdbeben in Friaul geplant, einige davon auch mit Südtiroler Beteiligung. Von 12. bis 18. September findet ein grenzüberschreitendes Training zum Test von Sicherheitssystemen bei Erdbeben statt. Daran werden sich Einheiten der Feuerwehr und des Zivilschutzes aus Kärnten, Slowenien, Kroatien und Trentino-Südtirol beteiligen.

6. Mai 1976: Erdbeben der Stärke 8 bis 9 nach Mercalli

Friaul wurde am 6. Mai 1976 um 20.59 Uhr von den Erdstößen erschüttert, welche die Stärke 8 bis 9 auf der zwölfstufigen Mercalli-Skala erreichten. Das Hauptbeben dauerte zwar nur rund eine Minute, die Schäden waren jedoch enorm.

Auch die Tageszeitung "Dolomiten" berichtete tagelang ausführlich über das schreckliche Erdbeben in Friaul; im Bild die Titelseite der Wochenend-Ausgabe vom 8./9. Mai 1976, als die Opferzahl noch deutlich geringer zu sein schien. - Foto: "D"

Die Erdstöße waren bis Wien und bis weit nach Bayern hinein spürbar. Ursache war eine Verschiebung der afrikanischen Platte unter die europäische in einer Tiefe von etwa 15 Kilometern. Neben den Todesopfern wurden 3.000 Verletzte und Zehntausende Obdachlose gemeldet. Die meisten Ortschaften im Kanaltal wurden teilweise zerstört.

Vier Monate nach dem ersten Beben erschütterte am 15. September 1976 ein zweiter Erdstoß die Region. Gebäude, die im Mai noch stehen geblieben waren, fielen in sich zusammen. Innerhalb weniger Sekunden erhöhte sich die Zahl der Obdachlosen von 40.000 auf 70.000.

apa

stol