Sonntag, 02. Dezember 2018

Früh eingeschulte Kinder bekommen häufiger ADHS-Diagnose

Nach der Einschulung erhalten die jüngsten Kinder in einer Klasse weit häufiger eine ADHS-Diagnose als ihre ältesten Mitschüler.

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist die häufigste psychische Erkrankung im Kinder- und Jugendalter.
Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist die häufigste psychische Erkrankung im Kinder- und Jugendalter. - Foto: © shutterstock

Das berichten US-Forscher der Harvard Universität nach einer Studie im renommierten „New England Journal of Medicine“.

Sie werteten Versichertendaten von mehr als 400.000 Mädchen und Jungen aus. Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist die häufigste psychische Erkrankung im Kinder- und Jugendalter. Die Betroffenen lassen sich leicht ablenken, sind impulsiv und oft motorisch unruhig.

Bereits frühere Studien haben Zusammenhang belegt 

Schon frühere Studien hatten einen Zusammenhang zwischen frühem Einschulungsalter und ADHS-Diagnose belegt. „Es kann sein, dass manche Kinder ein falsches Etikett bekommen“, sagte der ADHS-Experte Marcel Romanos von der Uniklinik Würzburg der Deutschen Presse-Agentur.

An eine große Anzahl von Fehldiagnosen glaubt der Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Würzburg allerdings nicht. Kinder später einzuschulen, sei keine Lösung, meinte er.

dpa

stol