Für knapp 44 Prozent der Kandidaten aus Südtirol ist bereits bei der Theorieprüfung Endstation. Bei der praktischen Prüfung gibt es für rund 22 Prozent einen negativen Bescheid. <BR /><BR /> 2.226.059 Bürger legten 2023 in Italien eine Führerscheinprüfung ab. 96,7 Prozent wandten sich an eine Fahrschule, die Privatisten liegen bei 3,3 Prozent. Anders in Südtirol, wo die Privatisten 8,5 Prozent ausmachen.<BR /><BR />Anders liefen die Uhren leider auch bei den Ergebnissen: Während staatsweit 73,59 Prozent der Kandidaten, die entweder zur schriftlichen oder theoretischen Prüfung angetreten waren, die jeweilige Prüfung bestanden haben, waren es in Südtirol zwischen Theorie und Praxis nur 66,25 Prozent. <h3> 44 Prozent schaffen die Theorieprüfung nicht</h3>Zum Verhängnis wird den Südtirolern vor allem die Theorie: 43,95 Prozent der zur Theorieprüfung angetretenen Kandidaten bestehen das Quiz nicht. Mehr fallen mit 45 Prozent nur in Savona, Grossetto und Massa Carrara durch. Von den Prüflingen, die in Südtirol zur praktischen Prüfung antreten, schaffen knapp 22 Prozent die Fahrprüfung nicht.<BR /><BR />„Die Fragen beim Quiz sind schwerfällig. Doppelte Verneinungen und lange Sätze. Der Staat täte gut daran, die Texte etwas zu vereinfachen“, meint die Amtsdirektorin Giovanna Valentini, nach Rücksprache mit Betreibern von Fahrschulen. Einig ist man sich aber auch darüber, dass die Fähigkeit junger Menschen, mit komplexeren Texten umzugehen, nachgelassen hat. „Ob Deutsch oder Italienisch: Das Textverständnis der jungen Menschen ist allgemein gesunken“, sagen Valentini und Fahrschulen-Inhaberin Ulli Oberwanger. „Das kann mit der Corona-Pandemie zu tun haben, wo Schüler lange auf sich gestellt waren“, meint Oberwanger. Fahrlehrer müssten sich mehr als früher bemühen, Wissen so zu vermitteln, dass es alle im Klassenzimmer verstehen.<h3> „Lust sich hineinzuknien, fehlt“</h3>Laut Valentini legen weniger Jugendliche als früher die Fahrprüfung in der Maturaklasse ab. „Zumal die Öffis gut funktionieren und es Nightliner und Shuttles gibt, warten manche etwas ab. Viele sind dann aus dem Schwung des Lernen aber wieder draußen“, so Valentini. Insgesamt sei das Allgemeinwissen aber gesunken. „Und gemeint ist nicht das Wissen um Motoren, sondern wirklich die Grundvorbereitung“, so Valentini. Auch die Lust, sich hineinzuknien, lasse zu wünschen übrig.<BR /><BR />Und was ist mit der praktischen Fahrprüfung, an der ein Fünftel der Südtiroler Kandidaten scheitert? Hier zeige sich eine negative Seite des Wohlstands: „Südtirol ist ein reiches Land, viele Familien verfügen über Fahrzeuge mit Automatik-Getriebe, mit denen die Jugendlichen üben. Die Routine mit dem Gangschalten fehlt dann mitunter“, meint Valentini.<BR /><BR />Und sie nennt noch einen weiteren Grund. Diese nennt sich Zeit. „Wie gesetzlich vorgeschrieben, dauert bei uns die praktische Prüfung eine halbe Stunde“, so Valentini. Beweisen kann es keiner, doch wird gemutmaßt, dass andernorts weniger Zeit fürs Prüfen von Einparken, Ausparken und Abbiegen aufgewandt wird. „Und je kürzer die Prüfung, desto weniger Zeit, Fehler zu machen.“<BR /><BR /><BR /><BR /><BR />