Die Frau war nach einem Unwetter in unwegsames Gelände geraten und konnte erst nach Tagen von den Rettungskräften gefunden werden.<BR /><BR />„Wir dachten nicht, dass wir sie lebend finden würden“, gestand Cristiano Bastonero vom Bergrettungsdienst Alpi Marittime, der die Suchaktion koordinierte. Als die Retter die nur mit dem Vornamen Anna bekannte Frau schließlich entdeckten, sei die Erleichterung riesig gewesen. Die 70-Jährige aus Bersezio war zu einer Wanderung bei Sant'Anna di Vinadio im Sturatal in der Provinz Cuneo aufgebrochen. <BR /><BR />Die Gegend kannte sie gut, da sie dort aufgewachsen ist. Zunächst war sie mit einer Freundin unterwegs. Als diese wegen Schulterproblemen umkehren musste, setzte Anna ihre Wanderung allein fort. Dann zog ein schweres Gewitter auf. Aus Angst vor dem Unwetter habe die Frau versucht, sich in höherem Gelände in Sicherheit zu bringen, berichteten die Retter. Sie stieg über Felsen und steile Hänge auf – doch anschließend fand sie den Weg nicht zurück. Das Gelände war schwer zugänglich, von alten Felsnischen und früheren Hirtenwegen durchzogen. In Panik geraten, erreichte die Frau schließlich eine Art Felsplateau mit einem kleinen Waldstück. Dort suchte Anna Schutz vor dem Wetter und der Kälte. Die Rettungskräfte starteten eine groß angelegte Suchaktion.<BR /><BR />„Wir haben Anna tagsüber mit Drohnen gesucht, aber sie war unter den Tannen versteckt und daher nicht zu sehen“, sagte Bastonero. Hinzu kamen technische Probleme. Die Funkverbindungen waren sehr schlecht. „Den entscheidenden Hinweis lieferte schließlich das Satellitengerät eines Mitarbeiters der Finanzpolizei. Damit konnte die Verbindung zur Einsatzzentrale des Rettungsdienstes hergestellt und der Einsatz der Drohnen besser koordiniert werden.“<BR /><BR />Nach fünf Tagen und fünf Nächten wurde die Vermisste unweit des Passo Tesina entdeckt. Als die Retter die Frau erreichten, war sie bei Bewusstsein, allerdings unterkühlt. Sie hatte Nacht für Nacht in der Kälte überstanden, indem sie sich unter den Tannen schützte. In ihrem Rucksack hatte sie Wasser und einige Lebensmittel, die sie sich sorgfältig einteilte. Zusätzlich ernährte sie sich von Schwarzbeeren und trank Quellwasser in der Umgebung. Die Frau wurde zunächst ins Krankenhaus in Cuneo gebracht. Inzwischen konnte sie das Spital wieder verlassen.