Davide Cesaroni (41) und seine Frau Chiara Pesaresi (38) wurden lebend in einem abgelegenen Gebiet nahe Col Cadorin an der Grenze der Provinzen Pordenone und Belluno entdeckt.<BR /><BR />Nach Angaben der Bergrettung hatten die beiden seit dem Abend des 2. Juli in dem schwer zugänglichen Gelände ausgeharrt. Auf ihrer Wanderung waren sie vom markierten Weg abgekommen und hatten in dem anspruchsvollen Gebirge die Orientierung verloren. Erschöpft entschieden sie sich schließlich, an Ort und Stelle zu bleiben. Ihr Mobiltelefon war wegen der fehlenden Netzabdeckung zunächst unbrauchbar und später vollständig entladen, sodass sie weder Hilfe rufen noch ihren Angehörigen ihren Standort mitteilen konnten.<BR /><BR />Nach ihrer Entdeckung wurde das Ehepaar am Dienstag mit einem Hubschrauber zur Berghütte Rifugio Pordenone geflogen, von wo aus sie ihre Tour begonnen hatten. Anschließend wurden sie nach Cimolais gebracht werden, wo medizinische Untersuchungen sowie das Wiedersehen mit ihren Angehörigen vorgesehen waren. Familienmitglieder waren eigens aus der Region Marken nach Friaul gereist, um die Suchaktion zu begleiten.<BR /><BR />Das Ehepaar war zu einer zweitägigen Trekkingtour zwischen den Regionen Friaul-Julisch Venetien und Venetien aufgebrochen. Geplant war eine Etappe vom Rifugio Pordenone zum Rifugio Padova über die Wanderwege CAI 352 und 353 durch das Val d'Arade. Die rund siebenstündige Strecke gilt als anspruchsvoll und führt durch steile Geröllfelder, Rinnen und ausgesetzte Passagen, die alpine Erfahrung und Trittsicherheit erfordern.<BR /><BR />Der letzte Kontakt zu den Familien fand am vergangenen Mittwoch gegen 22.30 Uhr statt. Danach brach die Verbindung ab. Als die beiden weder ihr gebuchtes Etappenziel erreichten noch telefonisch erreichbar waren, schlug ein Angehöriger Alarm. Die Carabinieri fanden das Auto des Paares auf dem Parkplatz am Ausgangspunkt der Wanderung bei Cimolais. Gleichzeitig bestätigte der Hüttenwirt des Rifugio Padova, dass die beiden dort nie angekommen waren.<BR /><BR />Daraufhin begann eine groß angelegte Suchaktion. Einsatzkräfte der Feuerwehr aus Pordenone und Belluno, der alpinen Bergrettung, sowie der Finanzpolizei suchten das Grenzgebiet zwischen den beiden Provinzen ab. Insgesamt kamen vier Hubschrauber zum Einsatz. Zunächst wurde die Region aus der Luft abgesucht. Nachdem dies ohne Ergebnis geblieben war, setzten die Einsatzleiter zahlreiche Bergretter in den höher gelegenen Bereichen ab, die Schluchten, Geröllfelder und Wanderwege systematisch durchkämmten.<BR /><BR />Schließlich entdeckten die Retter das Ehepaar im Bereich Col Cadorin. <BR />Nach ersten Erkenntnissen hatten die beiden keine schweren Verletzungen erlitten, waren jedoch stark erschöpft. Die Bergrettung wertete den Einsatz als glücklichen Ausgang einer Suchaktion, bei der die schwierigen Geländeverhältnisse und die fehlende Mobilfunkversorgung die Rettungsarbeiten erheblich erschwert hatten.