Freitag, 22. Mai 2015

Fünf Tote nach Kollision mit Zug in Niederösterreich

Ein schrecklicher Unfall hat sich am Freitag gegen 19 Uhr in Niederösterreich ereignet: Ein Zusammenstoß eines Pkw mit einem Zug der Erlauftalbahn forderte fünf Todesopfer, davon drei Kinder.

Der Pkw wurde rund 90 Meter vom Zug mitgeschleift
Der Pkw wurde rund 90 Meter vom Zug mitgeschleift - Foto: © APA/EPA

Bei dem tragischen Verkehrsunfall in Purgstall a.d. Erlauf am Freitagabend sind ein Mann (26), seine Lebensgefährtin (32), zwei Buben (7 und 8) sowie ein Mädchen (11) ums Leben gekommen.

Drei weitere Kinder (4, 5 und 12) wurden nach Polizeiangaben schwer verletzt. Ein Pkw war mit einem Zug der Erlauftalbahn kollidiert.

Lenker war am Bahnübergang nicht stehengeblieben

Wie Polizeisprecher Johann Baumschlager mitteilte, war der Pkw-Lenker vor dem Bahnübergang offensichtlich nicht stehen geblieben. Die Folgen der Karambolage waren fatal.

Der für sieben Personen zugelassene Seat Alhambra wurde vom Zug 7028, bestehend aus zwei Triebwagen und auf der Fahrt von Pöchlarn nach Scheibbs, erfasst und mehr als 90 Meter weit mitgeschleift. Für fünf Insassen des Autos kam jede Hilfe zu spät.

Zwei schwer verletzte Mädchen (4 und 5) wurden von „Christophorus“-Hubschraubern nach Linz (UKH und AKH) transportiert, ein Bub (12) wurde ins Universitätsklinikum St. Pölten geflogen. Hinsichtlich des Gesundheitszustands der drei Kinder sei man „vorsichtig optimistisch“, sagte Baumschlager am Samstag in der Früh.

 

Foto: APA/epa

 

Zugführer hatte keine Chance, anzuhalten

Die Opfer des schrecklichen Unfalls stammen nach Polizeiangaben aus Gaisberg in der Marktgemeinde Purgstall. Die folgenschwere Karambolage ereignete sich somit im unmittelbaren Heimatort der Familie. Am Unfallort spielten sich dem Vernehmen nach herzzerreißende Szenen ab, als Angehörige der Opfer eintrafen.

Sie wurden ebenso von Kriseninterventionsteams betreut wie Helfer. Es gebe Tage, an denen die Einsatzkräfte ihre Berufe hassen, sagte Baumschlager am Samstag. Er sprach damit für die Polizei ebenso wie für die Rettung und die Feuerwehr. Es habe sich auch für erfahrene Helfer um einen „sehr emotionalen Einsatz“ gehandelt, den es aufzuarbeiten gelte.

Der nach ÖBB-Angaben mit weniger als zehn Passagieren besetzt gewesene Zug war von einem 41-Jährigen gesteuert worden. Der Mann hatte keine Chance, die folgenschwere Karambolage auf der mit einer Stopptafel und einem Andreaskreuz gesicherten Kreuzung zu verhindern. In den beiden Triebwagen habe es keine Verletzten gegeben, sagte ein ÖBB-Sprecher.

 

 

apa

stol